Klimarisiken

Risiken werden wahrgenommen

Von Karl-Heinz Möller · 2021

Von Anlegern lange wenig beachtet steigen Geldanlagen in umweltfreundliche Aktivitäten in der Gunst der Sparer und Investoren. Zunehmend wird erkannt, welche Risiken der Klimawandel und die weitere Ausbeutung der Natur für alle in sich birgt. Entsprechend gewachsen ist das Angebot, sei es in Form von Beteiligungen an Gesellschaften, Fonds oder direkten Investitionen.

Ein junges Mädchen hält ein Streik-Plakat gegen den Klimawandel
Foto: iStock/Wavebreakmedia

Unternehmen wird aktuell eine wichtige Lektion in Sachen Risikominderung erteilt. Schätzungen gehen davon aus, dass die Pandemie das globale BIP im Jahr 2020 um drei Prozent senken wird. Beim aktuellen Tempo des Klimawandels wird mit einem Rückgang des globalen BIP bis 2050 um 2,5 bis 7,5 Prozent gerechnet. 

Klimarisiken fehlen oft in der Gesamtstrategie

Nachhaltigkeit kann sich auch auf die kritische Analyse von Prozessen auswirken, zum Beispiel bei der Lieferkettenoptimierung, Beschaffungsstrategien oder Datenschutz und -sicherheit. Werden die Klimarisiken in die Gesamtstrategie einbezogen, können fundiertere Entscheidungen beispielsweise über Strombezugsverträge, erneuerbare Energien und Möglichkeiten zur Kosteneinsparung getroffen werden. Daneben gibt es auch unmittelbare operative Risiken, die zu berücksichtigen sind. Durch extreme Wetterereignisse ist es möglich, dass es zu Ausfällen, Schäden und Schließungen in Unternehmen kommt. All diese Punkte können dazu führen, dass Mitarbeiter, Vermögenswerte und Rechenzentren nicht angemessen geschützt werden können. Der Klimawandel birgt erhebliche finanzielle Risiken für Unternehmen, da sich Nachhaltigkeitsrichtlinien und Unternehmensinitiativen auf Steuern, Versicherungen, Ressourcenmanagement, Energiebeschaffung, die Unterstützung von Investoren und auf immaterielle Vermögenswerte, wie Vertrauen, auswirken können. Entsprechend reagieren Börsenkurse und Unternehmenswerte.

Mehr nachhaltige Kriterien für Depots

Auch vor diesem Hintergrund entscheiden sich Anleger bei ihren Investments immer häufiger für geprüfte Nachhaltigkeit. Ergebnis ist ein beeindruckendes Wachstum bei nachhaltigen Fonds im dritten Quartal 2020. Besonders stark sei laut BVI das Wachstum bei Publikumsfonds. Allein in den letzten drei Monaten investierten Anleger netto 5,1 Milliarden Euro in nachhaltige Publikumsfonds. Die Neugeschäftszahlen unterstreichen einen grundsätzlichen Wandel. Vor einigen Jahren stammte der Großteil der neu in nachhaltige Fonds angelegten Mittel von institutionellen Investoren wie Kirchen, Versicherern und Altersvorsorgeeinrichtungen. Viele private Kunden haben damit hingegen erst in den letzten Jahren begonnen. Entscheidungshilfe geben in Deutschland vor allem das FNG-Label, das ECOreporter-Siegel, das Klima-Rating von Climetrics sowie die Börsenindizes Dow Jones Sustainability und Global Challenges Index. Europaweit sind alleine fast zwei Dutzend sogenannter ESG-Label im Umlauf. ESG-Kriterien (Environmental, Social, and Corporate Governance) sind in Unternehmen und Finanzwelt schon seit Jahrzehnten etabliert und beschreiben, inwieweit ethische, soziale sowie ökologische Aspekte beachtet werden.

ETFs mit ESG-Kriterien

Indexfonds sind dann vergleichsweise nachhaltig, wenn sie die sogenannten ESG-Kriterien erfüllen. ESG steht für Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance). Damit die ESG-Kriterien eingehalten werden, wenden Fondsgesellschaften oft das sogenannte Best-in-Class-Prinzip an: Nur Unternehmen, die innerhalb einer Branche am nachhaltigsten sind, werden für einen Fonds ausgewählt.

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