Emerging Markets

Frischer Wind aus Fernost

Von Karl-Heinz Möller · 2019

Börsen der Schwellenländer haben nach der Finanzkrise bisher nicht mehr an alte Glanzzeiten angeknüpft. Die Phase relativer Schwäche könnte aber bald vorüber sein. Aktien und Anleihen der aufstrebenden Nationen stehen wieder im Fokus. Börsianer erwarten Wachstumsraten, die wesentlich höher sind als die der Weltwirtschaft und sehen Chancen vor allem in asiatischen Gefilden.

Ein Container mit amerikanischer Flagge und ein anderer mit chinesischer Flagge zerschmettern einander. Thema: Emerging Markets
Im Kampf um den ersten Platz im Welthandel ist Konfrontation angesagt. Foto: iStock / Rawf8

Die Bilanz der Geldanlagen in Schwellenländer (Emerging Markets) fällt bisher ernüchternd aus. Leitindex MSCI Emerging Markets, der Aktien aus China, Korea, Taiwan, Indien, Brasilien und Russland enthält, konnte mit seinen Pendants aus den Industrieländerbörsen in der jüngeren Vergangenheit nicht mithalten.

Anleger, die in Schwellenländer investieren, brauchten auch im vergangenen Jahr wieder starke Nerven: Die Börsen der Emerging Markets gehörten zu den großen Verlierern. Besonders die gestörten Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und China beeinflussten die Entwicklung. Der Handelskrieg, das Erstarken des US-Dollars, das Herunterfahren der lockeren Geldpolitik der Fed und die Dollar-Verschuldung in einzelnen Regionen bleiben die Störfaktoren.

Emerging Markets: Anleihen im Blick behalten

Gerade jetzt in Schwellenländer zu investieren, beispielsweise in Form von Anleihen oder Aktien, ist kein Vabanquespiel. Dafür sprechen sehr gute ökonomische Kennzahlen. Beispielsweise erreichen diese Staaten laut IWF im Durchschnitt mehr als das Doppelte des jährlichen Brutto-Inlandsproduktes (BIP) an Wachstum im Vergleich zu fortgeschrittenen Märkten. Die positive Einschätzung gilt nicht nur für Aktien. Auch Anleihen zeichnen sich durch günstige Bewertungen mit einem erheblichen Renditevorsprung zu den Papieren aus den Industrieländern aus, stellt Marcelo Assalin fest, Head of Emerging Market Debt bei NN Investment Partners.

US-chinesischen Handelsstreit beilegen

Sollte es US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping gelingen, den Handelsstreit beizulegen, wäre einer der wichtigsten Gründe für die Schwäche der Schwellenländer-Börsen beseitigt. Denn eines sei klar: Auch wenn die Euphorie über die Emerging Marktes in den vergangenen Jahren etwas abgeklungen ist, werden "China, Indien, Brasilien und andere große Schwellenländer zu den Märkten gehören, in denen weltweites Wachstum erzeugt, starke Trends und Mega-Marken entwickelt und neue internationale Standards etabliert werden", sagen die Autoren Niklas Schaffmeister und Florian Haller in ihrem gerade ausgelieferten wissenschaftlichen Ratgeber-Buch des Springer-Gabler Verlags voraus.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV von 14 erscheinen Aktien aus den Schwellenländern fast um die Hälfte billiger als Wall-Street-Titel. Die Schwankungsrisiken können mit angemessener Analyse verringert werden. Denn Volatilität kann auch als Chance für eine neue Portfolio-Balance und wichtige Einstiegspunkte dienen.

Für die meisten Privat-Anleger ist das Festhalten an ETFs aus Schwellenländern ein relativ sicherer Weg, um zu diversifizieren und zu vereinfachen. Breit angelegte Fonds, die stark auf China konzentriert sind, wären ein weitere Option. Anleger, die sich stärker auf andere Länder konzentrieren möchten, wie beispielsweise Indien, könnten möglicherweise auch mit einigen Einzelländer-ETFs punkten.

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