Alterssicherung

Schuften für den Ruhestand

Von Paul Trebol · 2021

Wirtschaftskrisen ändern nichts an den drei Säulen der Vorsorge für das Alter: Gesetzliche Rente, betriebliche Rente und private Ersparnisse. Gravierende Ereignisse wie die Pandemie könnten die stabil gedachten Verhältnisse ins Wanken bringen. Bei der ersten und zweiten Säule dürfte sich vorerst nichts Wesentliches verändern. Allerdings wird die Covid-19-Wachstumsdelle dem Staat wegen geringerer Lohnbeiträge Einnahmebußen bescheren. Aber wie heißt es so schön: Die Rente ist sicher.

Älteres Ehepaar sitzt auf einem Steg am See. Thema: Alterssicherung
Foto: iStock/monkeybusinessimages

Wegen der Corona-Pandemie hat aufgrund sinkender Einnahmen auch die Institution Deutsche Rentenversicherung reagiert. Es drohe demnächst eine Nullrunde nach einer kräftigen Erhöhung der Bezüge im Juli 2020. Im folgenden Jahr werde es laut Rentenversicherung dann wieder aufwärts gehen, sagt Vorstand Alexander Gunkel. Die Rentenversicherung sei in Krisenzeiten gut aufgestellt. Auch deshalb werde es bei einem Betrag von 18,6 Prozent des Bruttolohns für das nächste Jahr bleiben. Beim Rentenniveau rechnet der Behördenchef Gunkels 2021 mit einem Anstieg von 48,2 auf 49,8 Prozent. 

Kurzarbeit mit Folgen für die Alterssicherung

Arbeitnehmern sorgen sich, dass ihre Rente infolge von Kurzarbeitsmaßnahmen am Ende schrumpft. Denn die Sozialversicherungsbeiträge werden während der Kurzarbeit zwar weiterhin abgeführt, allerdings an das reduzierte Einkommen angepasst. Immerhin wird die vom Arbeitgeber geleistete Aufstockung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Kurzarbeit kaum in Mitleidenschaft gezogen. Dank der Anrechnung eines fiktiven Entgelts in Höhe von 80 Prozent des ursprünglichen Lohns ist sie garantiert. Mit drastischen Folgen müssen Selbstständige und Freiberufler rechnen. Voraus gesetzt 2021 sind sie wieder gut beschäftigt, fehlt ihnen mindestens ein Jahr in der Altersvorsorge. Diese Lücke müssen sie füllen, mehr Umsatz hieße die Lösung. Wohl dem, der eine Reserve hat, vielleicht in Form eines Eigenheims. Zudem kann Eigentum günstig beliehen werden. Ob Corona-Krise oder nicht: Die Altersvorsorge ist immer ein langfristiger Prozess. Es lohnt sich, bereits in der Ausbildung regelmäßig ein paar Euros zur Seite zu legen, beispielsweise in ein Sparkonzept zu integrieren. In Zeiten mit niedrigen Zinsen lohnt es sich auch, über den Kauf von Wertpapieren nachzudenken. Mittelfristig auf Fonds mit Aktien und Staatspapiere zu setzen, schafft einen Mehrwert für später.

Künstler in Nöten

Aktuell in der Coronakrise seinen Job verloren zu haben, stellt für die Betroffenen einen Alptraum dar. Bestens ausgebildete und gut verdienende Soloselbstständige wie Bühnenbildner, Grafiker, Schauspieler oder Handwerker verlieren komplett ihre Einkünfte. Der Staat hilft aus, aber das reicht nicht, um auch noch die Rücklagen für eine Altersvorsorge zu stemmen. Wer sich in einer finanziellen Notlage befindet oder kurzfristig in Geldschwierigkeiten gerät, sollte nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen: Denn tatsächlich gibt es vielfältige Möglichkeiten, um finanziellen Engpässen zu begegnen. Dazu zählen Beitragspausen, Beitragsstundungen und -reduzierungen und sogar Beitragsfreistellungen. Damit wenigstens die Altersvorsorge nicht gefährdet ist.

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