Derivate und Zertifikate

Kursbewegungen vorhersehen

Von Paul Trebol · 2020

Auf der Suche nach einer geeigneten Geldanlage finden Anleger diverse Angebote, die nur indirekt Beteiligungen an Unternehmen, Staaten oder Produkten darstellen. Solche Ableitungen von Basiswerten eignen sich für spezielle Marktsituationen und können sowohl das Risiko absichern als auch die Rendite kräftig erhöhen.

Junge Frau steht vor einer Aktienkurstafel und berechnet Prognosen
Foto: iStock/Urupong

Grundlage für den Handel mit Zertifikaten und Derivaten bilden die Kurse von Anleihen, Rohstoffen, Aktien oder Indizes. Deren Werte leiten sich von einem Basiswert („Underlying“) ab. Käufer dieser Wertpapiere schließen eine Wette darauf ab, ob Aktien oder Anleihen steigen oder ob sie fallen. Derivate dienen als Sammelbegriff für Zertifikate, Futures, Optionsscheine, Swaps und vergleichbare Werte. Mit deren Integration in das Anlagekonzept können Depots gegen Kursschwankungen abgesichert werden, um die Risiken der Geldanlage zu begrenzen.

Zertifikat: Für den Inhaber besteht ein Emittentenrisiko

In der Regel haben Zertifikate eine feste Laufzeit von einem oder mehreren Jahren. Sie eignen sich deshalb gut für mittelfristige Investments, etwa auch, um Liquidität vorübergehend vorzuhalten für günstige Momente der Reinvestition. Mit dem Erwerb eines Zertifikates wird beispielsweise keine Aktie, sondern das Produkt eines Geldinstitutes erworben, das sich am Kurs der Aktie orientiert. Somit stellen Zertifikate ein Zahlungsversprechen der Bank dar. Wird der Emittent als Herausgeber des Zertifikats insolvent, geht das Geld für den Inhaber verloren. Die Rede ist vom Emittentenrisiko.

Die Beobachtung des Basiswertes hat fundamentale Bedeutung

Beim Kauf eines Zertifikats ist es wichtig zu wissen, wie das Produkt funktioniert. So sollte die Entwicklung des Basiswertes, der dem Wunschzertifikat zugrunde liegt, regelmäßig kritisch geprüft werden. Anleger können per Zertifikate Investments auf ganze Indizes tätigen, ähnlich wie bei ETFs. Um beispielsweise auf die Entwicklung des DAX zu setzen, reicht der Kauf ein entsprechendes Index-Zertifikats. Sie gehen die Aufwärts- genauso wie die Abwärtsbewegungen des Index mit. Solche Varianten gehören zu den transparentesten und verständlichsten Produkten im Zertifikate-Bereich.

Zurzeit setzen Investoren vor allem auf Sicherheit. Fast zwei Drittel der verkauften Zertifikate bieten einen Kapitalschutz. Der Anleger erhält am Ende der Laufzeit mindestens seinen Einsatz zurück. Weniger beliebt sind risikoreiche Hebelprodukte, bei denen der Totalausfall droht. Den größten Anteil am Markt haben Papiere, die mit „strukturierten Anleihen“ klassifiziert werden. Diese verzinsen das eingesetzte Kapital in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel einmal pro Jahr. Für gewöhnlich wird ein sogenannter Zinscoupon gezahlt.

Quellen:
www.zertifikateberater.de

www.bvi.de
www.comdirect.de

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