Immobilienmarkt nach Coronakrise

Nachfrage bleibt hoch

Von Karl-Heinz Möller · 2020

Auch während des Lockdowns und danach steht das Segment auf der Agenda der Anleger. Gleichwohl wird die Pandemie und deren Folgen zu einer Verschiebung der Nachfrage führen. Sehr gefragt bleiben die Bereiche Logistik und Wohnen.

Ein Mann und eine Frau schauen sich Häuser im Internet an. Thema: Immobilienmarkt nach der Coronakrise
Das Immobilienangebot im Netz bietet erste Orientierung. Foto: iStock / AndreyPopov

Bilder geschlossener Hotels und Shopping Malls, gesperrte Restaurants und Clubs gehören vorerst der Vergangenheit an. Aber als Folge des Corona-Lockdowns haben besonders Hotellerie, Gastronomie und der Einzelhandel rote Zahlen geschrieben. Immerhin lagen die Leerstände bei Büroimmobilien vor Ausbruch der Krise auf einem Tiefstand – und dies, obwohl gleichzeitig viele neue Gebäude für Gewerbe und Büros gebaut wurden. Wie viele Quadratmeter noch gebraucht werden, entscheiden die nächsten Monate. Sollten Unternehmen wegen der trüben Konjunkturaussichten Stellen abbauen, werde eventuell weniger Platz benötigt, lautet die Sorge von Entwicklern.

Immobilienmarkt nach der Coronakrise: Nachlassende Konjunktur schlägt durch

Auch die in Fonds mit Handelsflächen und Hotels im Portfolio involvierten Sparer müssen mit Einnahmeausfällen rechnen. Im Kontext der Geldanlagen sehen Analysten Investments in Wohnimmobilien nach wie vor vorne. Gründe dafür seien die attraktiven Renditen sowie die absolute Nähe zu den Lebensumständen der Menschen. Der seit rund zehn Jahrzehnten andauernde Zuzug in die Big Cities hat weltweit die Strukturen maßgeblich verändert. International operierende Gesellschaften sehen Chancen für Investments auch außerhalb Europas, beispielsweise in den USA. Die im Vergleich günstige demographische Entwicklung dort, und die von Ökonomen vorhergesagte schnelle Rückkehr zum Wirtschaftswachstum, geben Investoren und Anlegern die Zuversicht, erfolgreich in Renditeobjekte wie Bürogebäude und Wohnviertel zu investieren. Immobilien-Analysten der Deutschen Bank schätzen, dass der Hauspreiszyklus wenigstens bis zum Jahr 2022 andauern wird. Hintergrund sei das geringe Angebot an neuem Wohnraum und die Stagnation bei der Zahl neuer Wohnungen. Darüber hinaus sei 2019 der Kreditzyklus kräftig angesprungen, wodurch die Haus- und Wohnungspreise zunächst noch dynamischer wachsen könnten.

Nachfrageschub im Bereich Industrie- und Logistikimmobilien

Andrerseits fragen sich manche Immobilienmarktexperten, ob künftig überhaupt noch die riesigen und oft sehr teuren Büroflächen in den überlasteten Innenstädten benötigt werden. Einen Nachfrageschub erlebten Industrie- und Logistikimmobilien. Laut einer Umfrage von Colliers International hätten mehr als die Hälfte befragter Investoren diese Assetklasse aktuell auf der Einkaufsliste. Obwohl der Shutdown den Einzelhandel stark betrifft, wolle jeder zweite Befragte dennoch weiterhin in Handelsimmobilien investieren, vor allem in Nahversorger.

Quellen:
www.dzbank.de
www.bvi.de
www.mckinsey.de​

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