Indexzertifikate

Depots krisenfester machen

Von Karl-Heinz Möller · 2019

Von Basiswerten wie Aktien und Anleihen abgeleitete Papiere ergänzen das Spektrum der Geldanlagen. Klug eingesetzt können sie Depots gegen Verluste absichern. In Phasen niedriger Zinsen sind sie ein Motor für mehr Rendite.

Tabelle mit Börsenzahlen, Thema: Indexzertifikate
Foto: iStock/Casper1774Studio

Mit Finanz-Derivaten verfügen Investoren und Anleger über Instrumente, um die Ergebnisse ihrer Aktivitäten zu optimieren. Die Papiere sind unterlegt mit einem Basiswert, der eine Anleihe, ein Rohstoffwert, ein Goldkurs, eine an der Börse gehandelte Aktie oder ein Index sein kann. Je nach Markteinschätzung legen Anleger vertraglich fest, wieviel ein bestimmtes Wertpapier zu einem definierten Zeitpunkt an Wert gewinnt oder verliert. Zu den hierzulande häufig eingesetzten Derivaten zählen Zertifikate, Optionen, Futures, CFDs und andere. Mit Kontrakten dieser Art können Anleger ihr Depot gegen Kursschwankungen absichern und damit das Kursrisiko begrenzen. Umgekehrt profitieren sie von Zuwächsen, wenn auf Kursgewinne spekuliert wird.

Zertifikate für den Vermögensaufbau nutzen

Da die meisten Zertifikate eine feste Laufzeit von einem oder mehreren Jahren vorweisen, eignen sie sich besonders für mittelfristige Geldanlagen, beispielsweise um Liquidität vorzuhalten und so eine höhere Rendite als mit Tages- oder Festgeld zu erreichen. Laut Deutschem Derivate Verband DDV halten 35 Prozent der Anleger diese Papiere mehrere Jahre, 26,6 Prozent mehrere Monate. Juristisch betrachtet sind Zertifikate das Zahlungsversprechen des Geldinstituts an den Inhaber des Zertifikates. Im Vergleich zum Besitz einer Aktie geht der Käufer Risiken ein, die sowohl die Art des Zertifikats als auch die Qualität des Emittenten betreffen. Bleibt die erhoffte Kursentwicklung aus, entsteht ein Verlust. Geht die emittierende Bank pleite, ist das investierte Geld ganz weg.

Laufzeiten bieten Chancen für längerfristige Partizipation

Mit dem Zertifikat wird kein Anteil am Unternehmen erworben, sondern lediglich eine Wette auf den Kursverlauf abgeschlossen. Die Aktie selbst ist nicht im Besitz des Käufers, und der Aktiengesellschaft fließt kein Geld zu. Es kann daher nicht für Investitionen genutzt werden wie beim Erwerb einer Aktie. Das betreffende Unternehmen und seine Mitarbeiter profitieren in keiner Weise von dieser Wette. Daher sind Zertifikate weder abgesichert noch nachhaltig. Beliebt bei deutschen Anlegern sind Index-Zertifikate als Alternative für Anlagen in Fonds. Sie bilden einen Börsen-Index genau ab und ähneln vom Grundprinzip her Indexfonds (ETFs) und werden nicht von einem Fondsmanager aktiv gemanagt. Das heißt: Index-Zertifikate nehmen die Auf- und Abwärtsbewegungen von den zu Grunde liegenden Indizes im Verhältnis eins zu eins mit.

Mit der Einbindung kompletter Aktienmärkte in ein Depot erhält der Anleger günstig ein breit gestreutes Portfolio. Sein Anlagerisiko wird über eine hohe Diversifikation stark minimiert. Ein weiterer Vorteil von Index-Zertifikaten ist der börsentägliche Handel. Auch bei den sogenannten Dividendenpapieren sind die Indexzertifikate gegenüber Aktien gleichberechtigt: Sie partizipieren nicht nur an der Kursentwicklung, sondern auch an den Dividenden.

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