Immobilieninvestments

Nachfrage bleibt insgesamt hoch

Von Karl-Heinz Möller · 2022

Aktuell sehen Experten verringerte Preissteigerungen für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sowie eine Stagnation bei den Angebots- und Bestandsmieten. Damit zeichnet sich offenbar erstmals seit vielen Jahren sowohl im Miet- als auch im Kaufsegment eine Entspannung des deutschen Wohnungsmarktes ab. Hinweise in Form einer Immobilien-Blase finden in den Prognosen kaum Platz. Investments, beispielsweise in Form von Fonds, Aktien, alternativ auch als Projekte für Crowdfunding bleiben begehrt.

Ein Modellhaus vor einer Statistik
Foto: iStock/Vertigo3d

Der Europa-Wohnimmobilienreport 2021 (Remax), eine Befragung unter 230 europäischen Immobilienmaklern und 2.350 europäischen Konsumenten, sagt für viele europäische Länder einen weiteren Preisanstieg voraus. Haupttreiber sind nach Aussage von 67 Prozent der befragten Immobilienmakler Erstkäufer und umzugswillige Käufer. Der Mangel an Objekten treibe den Markt weiter an. Dies gelte insbesondere für Stadtwohnungen und Einfamilienhäuser, sowohl in städtischen als auch in ländlichen Lagen. Zudem hat die Corona-Pandemie dazu europaweit einen leichten Umzugstrend in den ländlichen Raum ausgelöst.

Abschwächung der Preisrallye 

Nach Untersuchungen der Analysten von Scope scheint ein Ende der europäischen Immobilienpreisrallye nicht in Sicht. Die Zutaten für eine Blase seien wegen der Inflationsängste der Haushalte in Kombination mit extrem niedrigen Hypothekenzinsen zwar gegeben. Auch die Mieten und Kaufpreise in vielen deutschen Städten legten weiter zu. Doch scheint sich die Preisrallye abzuschwächen und der Druck in diesem Segment lasse langsam nach. So lautet auch die Einschätzung des Hamburger Immobilienspezialisten F+B anhand einer aktuellen Auswertung. Sie führen dies auf die deutlich verringerten Preissteigerungen für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern zurück sowie auf die Stagnation bei den Angebots- und Bestandsmieten. Damit zeichnet sich offenbar erstmals seit vielen Jahren sowohl im Miet- als auch im Kaufsegment eine Entspannung des deutschen Wohnungsmarktes ab. Die immer noch bevorzugte Stellung von Immobilien bei Anlegern belebt auch das Interesse an Investitionen an offenen Immobilienfonds. Besonders der Logistiksektor boomt. Die Verschiebungen im Handel zugunsten der explodierenden Umsätze im Online-Geschäft zeigen, dass diese Immobilienfonds gut durch das Pandemie-Jahr gekommen sind. Anleger können auf diese Art mit überschaubaren Beträgen Miteigentümer von Bürogebäuden, Lagerhäusern, Shoppingzentren oder Logistikobjekten werden.

Sachwerte und Immobilieninvestments schützen das Depot vor Inflation

Die Emissionsaktivitäten am Markt der Alternativen Investmentfonds und Vermögensanlagen haben im zweiten Quartal 2021 deutlich zugenommen. „Geschlossene“ Immobilienfonds dominieren dabei weiter den Markt der Alternativen Investmentfonds (AIF). Das Neuangebot der Publikums-AIFs wird von Immobilienfonds dominiert. Auf Halbjahressicht stieg das Emissionsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei den Publikums-AIFs um rund 23 Prozent und bei den anderen alternativen Vermögensanlagen um rund 65 Prozent an. Abschwächende Wirkung auf das gesamte Angebot könnten ein pandemisch bedingt gebremstes Wirtschaftswachstum, die aufflammende Inflation sowie unklare Belastungen für Haus- und Wohnungseigentümern durch Klimaschutzregulierungen sein. Auch wirtschaftliche Schwierigkeiten bestimmter Zielgruppen sind nicht auszuschließen.

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