ESG-Investments

Grüne Geldanlagen auf dem Vormarsch

Von François Baumgartner · 2019

Environment, Social, Governance – auf diese Faktoren achten immer mehr Anleger bei der Wahl ihrer Investments. Nun soll ein neues Rating helfen, grüne Geldanlage noch schneller zu identifizieren. Doch die Verordnung birgt auch Gefahren.

Diagramm aus Pflanzen mit einem nach oben zeigenden Pfeil. Grüne Geldanlagen werden beliebter.
Umweltschutz und Nachhaltigkeit liegen bei der Geldanlage voll im Trend. Foto: iStock/Petmal

Investitionen sollen heute nicht nur Rendite bringen – das Vermögen soll auch nachhaltig angelegt sein. Dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage voll im Trend liegen, zeigen auch die Zahlen: So flossen im Jahr 2018 insgesamt 219,1 Milliarden Euro in dieses Segment – ein Zuwachs von 28,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so die aktuellen Ergebnisse des Marktberichts des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG). 

ESG-Investments: Vor allem Frauen angesprochen

Der Nachhaltigkeitsgedanke scheint vor allem Frauen anzusprechen, meint Annika Peters, Geschäftsführerin bei der Frauen-Finanz-Beratung Barbara Rojahn in Stuttgart und erklärt in einem Interview: „Frauen legen weniger Wert auf Zahlen, sondern wünschen sich Sicherheit. Und wenn sie Geld investieren, möchten sie ihre Werte wahren – sie suchen nach einem Sinn. Wenn ich erkläre, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, nach ökologischen und sozialen Kriterien zu investieren, erleichtert das den Einstieg in die Geldanlage.“ Doch worin zeichnet sich eine nachhaltige Geldanlage aus? Als Standard nachhaltiger Anlagen hat sich der Terminus „ESG“ etabliert. Diese drei Buchstaben stehen für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Art der Unternehmensführung) – sie beschreiben also nachhaltigkeitsbezogene Verantwortungsbereiche von Unternehmen und kaprizieren sich auf Umweltaspekte, Produktionsbedingungen und ein werteorientiertes Management.

Scoring für nachhaltige Wertpapiere

„Für das nachhaltige Investieren gibt es verschiedene Siegel, Indizes und Ratings, die von diversen Agenturen und Organisationen angeboten werden. Oder man investiert in Unternehmen, die sich für die Bewältigung von Armut und Klimawandel, für Trinkwasserversorgung oder für den Erhalt der Artenvielfalt einsetzen“, erklärt Wesselin Kruschev, Managing Principal beim Beratungsunternehmen Capco. Der neue Trend wird auch durch den Gesetzgeber gefördert. Bei der geplanten EU-Nachhaltigkeitsverordnung mit dem dazugehörigen Scoring für Wertpapiere soll zum Beispiel jeder Emittent via Nachhaltigkeitskriterien klassifiziert und bewertet werden. „Am Ende soll eine Ratingskala stehen, die das Finanzprodukt als nachhaltig oder im schlechtesten Fall als Umweltsünde brandmarkt“, erläutert Kruschev. Dennoch merkt der Capco-Experte kritisch an: „Gut gemeint, heißt aber noch lange nicht gut gelöst. Die Vereinheitlichung von Kriterien kann dazu führen, dass Investitionen künstlich gelenkt werden und nicht den Vorstellungen der Anleger entsprechen. Darüber hinaus könnte die bestehende Vielfalt von Nachhaltigkeitskonzepten verschwinden, und entgegen den Bestrebungen des Regulators, den Markt für nachhaltige Investments negativ beeinflussen.“ Fest steht aber auch für ihn: Ohne Nachhaltigkeit kein wirtschaftlicher Erfolg.

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