Portfolio aus Anleihen

Auf der Suche nach dem richtigen Zins

Von Michael Beautire · 2022

Kapital wird so dringend benötigt wie lange nicht mehr. Nach dem Klimagipfel in Glasgow und den dort beschlossenen Maßnahmen müssen die Länder beispielsweise überlegen, wie der Umbau zur klimafreundlichen Ökonomie finanziert werden kann. Zum einen werden die das Papier unterzeichnenden Nationen Geld schöpfen müssen, zum Beispiel per Staatsanleihen. Wobei diese Vorschüsse oft nur eine Anschubfinanzierung sein können. Ohne private Investoren, die Unternehmen mit Kapital versorgen, blieben die erhofften Effekte nur auf Papier gedruckte Visionen.

Ein Sparschwein liegt in den Händen eines Erwachsenen, eine Kinderhand greift danach
Foto: iStock/ lightspeedshutter

Für private und institutionelle Anleger eröffnen die Zukunftspläne Gelegenheiten, eigenes Kapital in Anleihen („Rentenpapiere“) zu investieren, um eine Verzinsung zu erreichen. Eine Möglichkeit der Allokation wäre die Mischung aus Staats- und Unternehmensanleihen. In dieser Kombination ergeben Sicherheit und Perfomance ein solides Konzept.

Portfolio aus Anleihen: Recherche ist die Basis

Anleger werden auf der Suche nach Anleihen fündig bei Industrie-Unternehmen und Dienstleistungs-Gesellschaften, die als Marktführer in Branchen wie Energie und Digitalisierung die Entwicklung vorzeigen. Dynamisch wachsende kleinere Firmen, die mit innovativen Produkten und Erfindungen großes Wachstumstempo versprechen, müssen entdeckt werden. Diverse Fachmedien und Internetforen, sowie Nachrichten aus Insider-Newslettern sind darauf spezialisiert.

Nie zuvor wurden aktuell so viele Euro-Unternehmensanleihen ausgegeben wie 2020. Auf 500 Milliarden Euro summierten sich die Emissionen. Die Konzerne nutzten das niedrige Zinsniveau ausgiebig, um sich frisches Kapital zu besorgen. Da es bei den großen Konzernen nicht um Peanuts geht, stoßen Privatanleger, die dort in entsprechende Anleihen investieren möchten, nicht selten an substanzielle Grenzen. Manche Papiere werden nur in Stückelungen von 100.000 Euro angeboten.

Damit scheint es für Privatanleger erst einmal schwieriger zu sein, ein diversifiziertes Anleiheportfolio aufzubauen. Über eine Palette kleinerer Unternehmen und entsprechender Fonds ist ein schneller und einfacher Einstieg leicht umzusetzen. Gezielte Beratungen für die Zusammenstellung eines eigenen Sortiments sind heute sowohl off- als auch online gut möglich. 

Währungsschwankungen sind ein Risiko

Ein Portfolio aus verschiedenen Anleihen gilt als Basisinvestment im Umfeld des Festzinsbereichs. Aktuell besteht der Mehrwert eines Portfolios vor allem darin, Anlegern eine breite Diversifikation und hoch liquide Papiere zu offerieren. Auch wenn Staatsanleihen der EU-Länder aktuell wenig Perfomance bringen, gehören sie als ein Kerninvestment dazu. Sie werden innerhalb der Euro-Zone ausgegeben, führen den Euro als offizielles Zahlungsmittel. Damit sind sie eine relativ sichere Anlageform, da keine Währungsrisiken bestehen. Als Nachteil ist die Möglichkeit eines Zinsänderungsrisikos zu nennen, falls die Papiere vor der Fälligkeit verkauft werden.

Offensiver unterwegs sind Rentenfonds, die in hochverzinste Papiere investieren. Diese stammen von Schuldnern niedrigerer Bonität. Das damit verbundene größere Risiko wird mit einem höheren Kupon (Zins) vergütet. Sogenannte High-Yield-Bonds können gegen Währungsschwankungen abgesichert werden. Im Umfeld von Unternehmen in dieser Kategorie stellt experimentierfreudigen Anlegern der Markt auch eine umfangreiche Auswahl in US-Dollar ausgestellte Corporate ETFs zur Verfügung.  

Da bei Startups alles möglich ist, finden sich auch Wege für ein Investment. Sie stellen eine „coole“ Form von Anleihe dar. Neben dem direkten Einstieg in Startup-Unternehmen, den „Angel Investments“, geht dies via Venture Capital Funds und via Fund-of-Funds, also Fonds, die in Venture Capital Fonds investieren.

Quellen:
www.bundesbank.de
www.ecb.europa.eu/ecb/html/index.de.html
www.finanzen.de

Bonität bietet Sicherheit

In der Regel wird meistes zwischen Staats- und Unternehmensanleihen unterschieden. Welche dieser Anleihen im Vergleich besonders sicher sind, lässt sich aus den Bewertungen der Ratingagenturen entnehmen. Wichtigste Kennzahl bei Anleihen ist die zu erwartende jährliche Rendite. Sie ergibt sich aus der Laufzeit, den festgelegten Zinszahlungen, dem Kaufkurs und dem Rückkaufkurs. Faktoren, die wesentlich auf die Rendite wirken, sind der Marktzins, die Laufzeit und die Bonität des Emittenten.

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