Grüne Geldanlage

Anlage mit überproportionalen Chancen

Von Karl-Heinz Möller · 2020

Lange eine Randerscheinung und von Anlegern wenig beachtet steigen Geldanlagen in umweltfreundliche Aktivitäten in der Gunst der Sparer und Investoren. Entsprechend gewachsen ist das Angebot, sei es an Beteiligungen an Gesellschaften, Fonds, direkten Investitionen in Projekte oder Abbildungen von Indizes.

Kleiner Spross mit Erde in den Händen einer Person
Foto: iStock/sutlafk

Anleger suchen bei der Geldanlage immer häufiger Werte aus dem Umfeld der Nachhaltigkeit. Eine Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment vom vergangenen Jahr bestätigt, dass mittlerweile fast jeder zweite Privatanleger nachhaltige Finanzprodukte für attraktiv hält. Diesen Trend untermauert der Bundesverband Investment und Asset Management BVI. Bezogen auf das Neugeschäft aller Publikumsfonds verbuchten nachhaltig anlegende Produkte von Anfang Januar bis Ende März 2020 Zuflüsse von 3,4 Milliarden Euro. Aus anderen Publikumsfonds flossen 17,3 Milliarden Euro ab.

Grüne Geldanlage: ESG-Standards bieten nur grobe Orientierung

Anleger beklagen allerdings, dass die Auswahlkriterien in Sachen Nachhaltigkeit wegen der vielen unterschiedlichen Siegel manchmal schwierig seien. Entscheidungshilfe geben in Deutschland vor allem das FNG-Label, das ECOreporter-Siegel, das Klima-Rating von Climetrics sowie die Börsenindizes Dow Jones Sustainability und Global Challenges Index. Europaweit sind allein fast zwei Dutzend sogenannter ESG-Label im Umlauf. Die drei Kriterien sind in Unternehmen und Finanzwelt schon seit Jahrzehnten etabliert und beschreiben, inwieweit ethische, soziale sowie ökologische Aspekte beachtet werden. Auch der US-Finanzdienstleister und Indexanbieter MSCI mischt längst mit im globalen Markt für Nachhaltigkeits-Analysen und Ratings. 

Orientierung nach CO2-Ausstoß findet noch wenig Beachtung

Die global gültigen ESG-Standards bieten bislang jedoch wenig mehr als eine grobe Richtlinie. Dafür sind die Unternehmen und Emittenten, die Finanzprodukte oder auch die regionalen Perspektiven viel zu verschieden. „Oftmals werden aus deutscher Sicht zum Beispiel Investitionen in Atomkraftwerke als nicht nachhaltig empfunden. In Frankreich hingegen schon, da sie kaum CO2 produzieren würden", erklärt Julia Backmann, Rechtsexpertin des Fondsverbands BVI. In Nordeuropa hat sich daher bei Ökosiegeln das Nordic Swan Ecolabel etabliert, in Luxemburg ist Luxflag eingeführt, in Frankreich beachten Anleger das Label ISR.

Nach Ansicht der Energieökonomin im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sollten die Fehler der Vergangenheit, in denen wir nicht über Zukunftsfolgen nachgedacht haben, sich nicht wiederholen. Nichthandeln sei teuer. Anleger in dieses Segment dürften sich bestätigt fühlen.

Quellen:
www.union-investment.de
www.bvi.de
www.msci.com
www.diw.de

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