Sachwertanlagen

Schöne Dinge gibt’s

Von Paul Trebol · 2019

Seit nun mehr als drei Jahren liegt der Leitzins der EZB bei null Prozent. Anleger erwirtschaften daher auf Erspartes kaum noch Zinsen. Parallel schürt eine stark angestiegene Geldmenge die Inflationsängste. Sparer und Investoren weichen deshalb auf reale Wirtschaftsgüter aus, deren Wert unabhängig von diesen Parametern entsteht.

Menschen in einer Kunstausstellung. Thema: Sachwertanlagen
Messen und Galerien bieten eine Vielfalt an Kunstrichtungen und Künstlern. Foto: iStock / Jupiterimages

Als „Sachwert“ wird neben der rein materiellen Substanz der Gebrauchswert eines Wirtschaftsgutes angesehen. Dieser entwickelt sich unabhängig von Schwankungen des Geldmarktes – er bleibt stets auf einem in seiner Kategorie vergleichbaren Niveau. Wird das zugehörige Gut dringend benötigt oder ist aus Gründen wie Status, Trend oder Seltenheitswert begehrt, gewinnt es an Wert. Ist es hingegen reichlich vorhanden oder wird unattraktiv, sinkt die Bedeutung. Beispiele für Sachwerte sind Wälder, Plantagen, Edelmetalle, Diamanten, Flugzeuge, Schiffe, Oldtimer, Weine, Whiskys sowie Kunstgegenstände wie Gemälde und Antiquitäten.

Expertise ist die notwendige Bedingung für erfolgreiche Investments in Sachwertanlagen

Bei einer hohen Inflationsrate dienen Sachwerte als Schutz vor Entwertung und können besonders in Krisenzeiten Portfolien beleben. Wer hier investieren will, sollte über sehr gute Marktkenntnisse verfügen, beziehungsweise professionelle Berater an seiner Seite haben. In der Regel sind Aktivitäten langfristig ausgerichtet und der Nische entsprechend für spezielle Anleger interessant.

Immobilien beispielsweise haben einen langfristigen Zeithorizont und sind als Sachwert wegen ihrer langfristigen Sicherheit gefragt. Ein Pluspunkt ist hier unter anderem der Steuervorteil, den sie im Vergleich zu anderen Anlagen bieten. Von Beginn an können die Kosten als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Unter den Edelmetallen sind vor allem Gold und Silber gefragt. Bei Gold haben Emotionalität und die historische Entwicklung großen Einfluss. Vor dem Hintergrund politischer Umstürze, Kriege und Inflationen wurde es als häufig als Übergangswährung eingesetzt. Je nach Geschmack kann Gold in Form von Münzen, als Goldbarren oder als Gold-Zertifikat erworben werden. Risiken ergeben sich aus dem Handel an den Börsen und entsprechenden Schwankungen der Nachfrage. Beim Direktkauf von Münzen und Goldbarren ist für einen sicheren Aufbewahrungsort wie Bankschließfächer zu sorgen. Kursgewinne können direkt verbucht werden und in der Regel unterliegen Käufe und Verkäufe in den meisten Varianten keiner Abgeltungsteuer.

Angebot und Nachfrage im Handel mit Rohstoffen wie Öl, Gas, Kupfer, Zink oder Nahrungsmittel reagieren sensibel auf die Weltkonjunktur. Engagements in diese Güter werden häufig in Form von Zertifikaten und nicht direkt getätigt. 

Raritäten und Originale verdienen auch emotionale Rendite

In sogenannte Sammlerstücke investieren Privatanleger, um sich gegen Inflation oder Finanzkrisen abzusichern. Depots erfahren dadurch eine besondere Mischung und können die Rendite wegen geringer Korrelationen steigern. Nicht selten geht es um Liebhabereien und private Leidenschaften. Der wahre Wert lässt sich dabei nicht immer objektiv ermitteln. Als Wegweiser und Marktbarometer dienen Auktionen und Messen. Spektakulär sind die Kunstwerke, die gigantisch hohe Summen auf Auktionen erzielen. Kunst boomt aber nicht nur im oberen Preissegment. Auch bei Werken unter 20.000 Euro lassen sich hervorragende Renditen erzielen. Zudem kann man sie privat präsentieren und sich selbst dann an ihnen erfreuen, wenn ihre Werte kurzzeitig fallen sollten. Käufer leben in Koexistenz mit der Kunst, und die emotionale Dividende macht das Sammeln und von Kunst so attraktiv.

Ob auf etablierten Messen wie die International Art Basel oder auf kleineren Events wie der ARTMUC in München, der größten Kunstmesse Süddeutschlands, lassen sich Kontakte zur jungen Künstlergeneration herstellen. „Hier bietet sich für unerfahrene Sammler, Investoren und Kunst-Neueinsteiger die Möglichkeit, fernab von der häufig sterilen und unnahbar wirkenden Atmosphäre vieler Galerien, erste Erfahrungen auf dem Kunstmarkt zu sammeln“ erklärt Raiko Schwalbe, Gründer und Veranstalter. Gerade junge Künstler hätten Wertsteigerungspotenzial im unteren Preissegment als „ältere“ Künstler. Höhere Preise mit Werten von weit über 10.000 Euro würden nur noch von ausgewählten Sammlern gezahlt, die Kunstwerke vor allem als Langfrist-Investition sehen und sie entsprechend lange halten.

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