Aktienmarkt

Die Luft wird dünner

Von Gregor Lule · 2018

Das deutsche Börsenbarometer verbuchte 2017 das sechste Gewinnjahr in Folge. Auch aktuell bleibt der DAX trotz stärkerer Schwankungen stabil. Ein wichtiger Faktor dafür ist die anhaltend lockere Geldpolitik der Notenbanken: Anleger in Aktien können sich im Euroraum weiter über niedrige Zinsen freuen.

Collage mit Bulle und Bär, Aktienkursen, -werten

Wer gerade die Börsen beobachtet, stellt sich die Frage, ob momentan ein Kauf von Aktien auf den amerikanischen oder europäischen Märkten noch Sinn macht. Denn beide Indizes bewegen sich am Rande ihrer historischen Rekorde. Andere Anlageformen versprechen aufgrund der historisch niedrigen Zinsen jedoch kaum noch Rendite. Das wird sich so schnell auch nicht ändern. Denn die Europäische Zentralbank belässt den Leitzins im Euroraum nach wie vor bei null Prozent.

Um Chancen und Risiken des Aktieninvestments abzuschätzen, lohnt ein Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Nobelpreisträgers Robert Shiller, das sogernannte Shiller-KGV. Diese Kennzahl basiert auf den durchschnittlichen Unternehmensgewinnen der vergangenen zehn Jahre, bereinigt um die Inflation, und gibt am Ende Aufschluss über den aktuellen Preis der Aktien an der Börse. Ist die Zahl niedrig, so sind die Aktienbewertungen günstig. Momentan ist die Zahl auf dem amerikanischen Aktienmarkt sehr hoch. Nur einmal in der Geschichte der vergangenen 100 Jahre lag die Zahl höher und zwar kurz vor dem Crash im Jahre 2000. Das bedeutet: Im Prinzip ist aktuell erhöhte Vorsicht angebracht. Allerdings kann kein Experte seriös voraussagen, ob die Kurse vielleicht doch noch einige Jahre nach oben gehen. Europäische Aktien sind im Vergleich zu US-Aktien deutlich günstiger bewertet. Dazu zählen auch die Aktien aus dem deutschen Börsenbarometer DAX.

Quelle: boerse.de, 2018

Aktienmarkt: Überdurchschnittliche Renditen

Grundsätzlich sollten Anleger bei der Erstellung ihres Gesamtportfolios einen Anteil in Aktien investieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: In keiner Anlageklasse lassen sich bei Betrachtung eines Anlagehorizonts über mehrere Jahrzehnte höhere Renditen erzielen. Langfristig beträgt beispielsweise der Renditeunterschied zu festverzinslichen Wertpapieren zwei Prozentpunkte. Aktionäre können dabei auf zweifachem Weg verdienen: Zum einen durch die jährliche Ausschüttung der Dividende. Zum anderen verdienen die Käufer von Aktien durch Kurssteigerungen – und zwar immer dann, wenn der Kurs eines Wertpapiers höher liegt als zu dem Zeitpunkt des Kaufes. Zu den Nachteilen eines Engagements in Aktien zählen die teilweise starken Schwankungen der Börsenkurse. Im Extremfall ist bei der Insolvenz eines Unternehmens auch ein Totalausfall des angelegten Geldes möglich.

Risiko minimieren

Im aktuellen Umfeld übersteigen auf den Aktienmärkten dennoch die Chancen die Risiken. Neben der guten Konjunktur sprechen stabile und sogar wachsende Unternehmensgewinne und nicht zuletzt der Mangel an Alternativen in Zeiten niedriger Zinsen für diese Anlageklasse. Mehr denn je kommt es dabei auf die richtige Auswahl beim Aktienkauf an. Risiken lassen sich durch eine breite Streuung auf verschiedene Branchen und Märkte oder durch den Kauf von aktiv oder passiv gemanagten Aktienfonds minimieren.

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