Breitbandausbau in Deutschland

Digitale Transformation mit Hindernissen

Von Hartmut Schumacher · 2023

Niemand zweifelt mehr an den Vorzügen der Digitalisierung. Sowohl Privatpersonen und Unternehmen als auch Behörden und Regierungen wissen, dass sich mit digitalen Werkzeugen eine höhere Effizienz und eine einfachere Kommunikation erreichen lassen. Die Bundesrepublik bleibt in der Praxis jedoch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück – unter anderem wegen des mangelhaften Breitbandausbaus.

Ein Systemadministrator überprüft einen Server.
Foto: iStock/SeventyFour

Deutschland ist bei der Digitalisierung kein leuchtendes Vorbild: Im „Digital Economy and Society Index Report 2022“ der Europäischen Kommission befindet sich die Bundesrepublik nur knapp über dem EU-Durchschnitt. Bei den besonders schnellen und daher zukunftsträchtigen Glasfaseranschlüssen rangiert die Bundesrepublik sogar auf dem vorletzten Platz. Dem „Digitalisierungsindex 2022“ des deutschen Wirtschaftsministeriums lässt sich darüber hinaus entnehmen, dass nur noch geringe Fortschritte zu verzeichnen sind: Dieser Index ist seit 2020 von 100 Punkten auf lediglich 108,9 Punkte gestiegen. 

Damit sich dies ändert, fordert beispielsweise der Bundesverband mittelständische Wirtschaft unter anderem eine flächendeckende Breitbandversorgung, ein schnelles 5G-Mobilfunknetz, digitale Identitäten, die Förderung der IT-Sicherheit, einen europäischen digitalen Binnenmarkt und eine digitale Bildungsstrategie.

Die Bundesregierung sieht das ganz ähnlich. Volker Wissing, der Bundesminister für Digitales und Verkehr, fasst die Digitalstrategie der Regierung folgendermaßen zusammen: „Wir haben drei Hebelprojekte definiert, die Grundlage für viele digitale Anwendungen sind: digitale Identitäten, internationale Standards sowie Gigabitausbau und höhere Datenverfügbarkeit.“

Breitbandanschlüsse

Breitbandanschlüsse sind „die Lebensader der digitalen Gesellschaft“, so Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Deutschland ist in dieser Hinsicht allerdings höchstens mittelmäßig aufgestellt. Konkret stehen zwar laut dem „Breitbandatlas“ der Bundesnetzagentur für etwa 60 Prozent der Gewerbestandorte und der privaten Haushalte Breitbandanschlüsse zur Verfügung. Auf dem Land sieht die Situation mit nur etwa 40 Prozent jedoch wesentlich schlechter aus als in Großstädten mit etwa 80 Prozent.

Die Folgen davon sind einerseits eingeschränkte Möglichkeiten für Unternehmen, sich kostengünstig auf dem Land anzusiedeln oder aber dort zumindest Homeoffice-Arbeitsplätze einzurichten. Und andererseits die mangelnde Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen gegenüber Mitbewerbern aus digital fortgeschritteneren Staaten.

Zu den Gründen für diese deutsche Rückständigkeit gehören das langwierige Beharren auf Kupferkabeln statt Glasfasern, die aufwendige Bürokratie und auch fehlende Baukapazitäten.

Gigabitstrategie bei Breitbandausbau in Deutschland

Die „Gigabitstrategie” der Bundesregierung sieht vor, bis Ende 2030 alle Haushalte und Unternehmen mit Glasfaseranschlüssen zu auszustatten und die flächendeckende Versorgung mit dem „neuesten Mobilfunkstandard“ (also 5G) sicherzustellen. Erreichen will die Regierung dies unter anderem durch vereinfachte Genehmigungsverfahren, alternative Verlegemethoden für Datenkabel, die Ausbildung von mehr Fachkräften sowie optimierte finanzielle Fördermaßnahmen für den Breitbandausbau.

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