Derivate und Hebelzertifikate

Performance steigern mit Fremdkapital

Von Karl-Heinz Möller · 2018

Basiswerte wie Aktien und Anleihen eröffnen Anlegern neben klassischen Direktinvestments oder Beteiligungen an Fonds diverse andere Möglichkeiten an den Börsen. Abgeleitete Zusatzprodukte bieten unter anderem die Absicherung von Finanztransaktionen oder vervielfachen mögliche Kursgewinne, wobei – vice versa – die Risiken ebenso steigen.

Detailaufnahme von Hand, die ansteigende Kurve mit der Beschriftung

Derivate im Kontext von Finanzprodukten beziehen sich in der Regel auf Wertpapiere, deren Preise oder Kurse von eben diesen abgeleitet werden. Ein einfaches Beispiel für derivative Finanzinstrumente sind Termingeschäfte auf der Grundlage von Basiswerten wie Öl- oder Goldpreiskontrakte (Underlyings). Sie sichern dem Käufer zu einem definierten Zeitpunkt einen festgelegten Preis zu. Konkret kann es sich dabei um Festgeschäfte oder Optionsgeschäfte handeln. 

Handelsvolumen übersteigt das weltweite Bruttoinlandsprodukt 

Unter dem Begriff Derivate werden unter anderem Devisentermingeschäfte, Aktienindex-Futures, Aktienindex-Optionen, Aktienoptionen, Edelmetall-Futures, Swap-Geschäfte, Zinstermingeschäfte einschließlich Zins- und Index-Futures subsummiert. Dieser Markt umfasst mittlerweile gigantische Summen und die Billionen-Dollar-Marke ist längst überschritten: Das Volumen der Wetten mit Derivaten toppt ein Vielfaches des weltweiten Brutto-Inlandprodukts.

Der Handel mit Derivaten liegt hauptsächlich in der Hand von institutionellen Investmentbankern. Privat­anleger bleiben in der Regel bei speziellen Gruppen von Hebelprodukten. Beispiele sind hier CFDs, Optionsscheine und Zertifikate. Die Abkürzung CFD steht für Contracts for Difference und beschreibt Differenzkontrakte. Ohne über eine Aktie, Währung, einen Rohstoff oder Index zu verfügen, wird bei diesen Modellen eine Art Wette auf steigende oder sinkende Kurse eines Basiswertes abgeschlossen.

Durch den Hebel partizipiert das Zertifikat stärker von Kursschwankungen als der Basiswert

Wie im Namen Hebelprodukt schon verankert, haben alle genannten Produkte einen Hebel. Dies bedeutet, dass Anleger mit einem derartigen Produkt weitaus mehr Kapital an den Märkten bewegen können, als sie selbst an Geld für den Kauf des Hebelproduktes eingesetzt haben.

Hebelzertifikate sind Investments in einen Basiswert unter Einbeziehung eines Wertpapierkredits. Mit Hebelzertifikaten kann somit ein Engagement (Exposure) auf einem Basiswert zu einem niedrigen Einsatz gekauft werden. Durch den Hebel partizipiert das Zertifikat hierbei stärker von Kursschwankungen als der diesem Geschäft zu Grunde liegende Basiswert. Der Hebel ist dabei eine Kennzahl im Zusammenhang mit Optionen und Optionsscheinen und gibt das Verhältnis an, in dem der Optionsschein die Kursbewegung des Basiswertes nachvollzieht.

Der einfache Hebel errechnet sich durch die Division der Kurse. Der theoretische Hebel gibt an, um wie viel Prozent sich der Kurs des Optionsscheins verändert, wenn sich der Kurs des Basiswerts um ein Prozent verändert. Wegen der Komplexität sind diese Art von Geschäften in der Regel eher kundigen Investoren vorbehalten. Privatanleger überlassen die Spekulation mit Derivaten den Investmentprofis, beispielsweise Fondsmanagern.

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