Altersvorsorge

Wenn das Gehalt plötzlich weg bleibt!

Von Karl-Heinz Möller · 2015

Mit null Verzinsung ist keine vernünftige Altersvorsorge zu stemmen. Zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung sollten beispielsweise eine private Lebensversicherung oder ein Wertpapierdepot angelegt werden, die für einen Cash-Flow im Alter sorgen.

Steht ein Haus auf Säulen, sollten diese stabil gebaut sein. Bei der Altersvorsorge sind es drei, die Dach und Mauern stützen: Die gesetzliche, die betriebliche und die private Altersvorsorge. Auf diesen drei Säulen steht Altersvorsorge hierzulande. Allerdings: Sie steht nicht sicher.

War lange Zeit die gesetzliche Rentenversicherung das Element, auf das sich deutsche Bürger verlassen konnten, gehört dieses Vertrauen der Vergangenheit an. Hauptursache für die Schräglage der gesetzlichen Altersvorsorge ist die Tatsache, dass immer weniger Erwerbstätige für eine wachsende Zahl von Senioren die Altersvorsorge stemmen. In die Staatsschatulle beziehungsweise Rentenkasse fließt am Ende immer weniger
Kapital.

Zahl der Einzahler sinkt

Im Jahr 2013 entfielen laut Bundesamt für Statistik auf 100 Personen im Erwerbsalter von 20 bis unter 65 Jahren 34 Personen, die 65 Jahre und älter waren. Im Jahr 2060 wären es nach der Variante „kontinuierliche Entwicklung bei schwächerer Zuwanderung“ 65 ältere Menschen. Beträgt der jährliche Wanderungsüberschuss langfristig nicht 100.000 sondern 200.000 Personen, fällt der Altenquotient mit 61 Personen im Alter ab 65 Jahre je 100 Personen im Erwerbsalter nur wenig niedriger aus. Der Anstieg des Altenquotienten wird sich nicht gleichmäßig bis 2060 vollziehen, sondern besonders schnell bis Mitte der 2030er Jahre verlaufen.

Konsequenz: Junge Menschen, die in das Erwerbsleben eintreten, sollten anfangen, etwas zur Seite zu legen. Beispielsweise in Form eines Fondssparplans oder mit regelmäßigen Einzahlungen in einen Investmentfonds. Dies ist mehr ein Appell. Denn die Tatsachen sehen anders aus.

Die wichtigste Zielgruppe ist wenig motiviert

Vor allem bei der jüngeren Bevölkerung ist das Interesse an Aktien&Co geschrumpft. Der Anteil der Wertpapierbesitzer bei den 20-bis29-Jährigen liegt nur noch bei 7,2 Prozent und bei den 30-bis-39-Jährigen bei 12,1 Prozent. Zum Vergleich:
In der Altersgruppe zwischen 40 und 59 Jahren sind es jeweils knapp über 17 Prozent. Aktien sollten ein elementarer Bestandteil dieser Vorsorge sein, weil sie in der Regel langfristig eine deutlich überlegene Rendite gegenüber festverzinslichen Anlagen aufweisen.

Wie wären junge Menschen zu überzeugen? Eine Studie des Aktieninstituts bestätigt die Vermutung, dass die Chancen von Aktien stark unter- und die Risiken überschätzt werden. Viele Befragte erkennen zwar an, dass Aktien oder Aktienfonds kein kurzfristiges Handels- oder Spekulationsobjekt sind, sondern über eine überlegene Langfristrendite verfügen, die eng mit den Weltmarkterfolgen der Unternehmen verknüpft ist.

Über das große Interesse junger Menschen an Start-ups könnte ein Wende zum höheren Interesse für Wertpapiere wie Aktien eventuell gelingen. Auf eine breite Initiative der Banken, Sparkassen und Volksbanken darf man gespannt warten. Hoffentlich nicht vergeblich.