Derivate

Spekulieren erlaubt

Von Paula Lehmann · 2015

Hochspekulative Finanzprodukte werden immer beliebter. Doch Vorsicht: Sie dienen zwar der Absicherung des Depots, zur langfristigen Geldanlage sind die risikoreichen Papiere aber nicht geeignet. Dennoch können sie als Würze den Portfolio-Mix anreichern. Anleger müssen aber wissen, worauf sie sich einlassen.

In den ersten drei Monaten dieses Jahren haben die Börsenumsätze der Anlagezertifikate und Hebelprodukte an den europäischen Finanzmärkten weiter deutlich zugelegt. Im Vergleich zum Schlussquartal 2014 stieg das Volumen um 30 Prozent auf 39,2 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich bedeutete das einen Anstieg um 17,0 Prozent. Das lässt sich aus den aktuellen Marktdaten entnehmen, die von der European Structured Investment Products Association (EUSIPA) bei ihren Mitgliedern erhoben und von der Derivative Partners Research AG ausgewertet wurden.

Hebelprodukte liegen vorn

Vor allem das Handelsvolumen mit Hebelprodukten wie Optionsscheinen, Knock-Out Produkten und Faktor-Zertifikaten ist erneut gestiegen. Es belief sich im ersten Quartal auf 25,5 Milliarden Euro. Gegenüber dem Schlussquartal 2014 legten die Börsenumsätze in diesem Segment um 25 Prozent zu. Im Jahresvergleich entsprach dies einem Anstieg um 24,0 Prozent. Das Handelsvolumen mit Anlagezertifikaten lag bei 13,7 Milliarden Euro. Derivate sind beliebt. Doch sie sind auch gefürchtet. Denn Derivate sind oft so konstruiert, dass sie Preisschwankungen ihrer Bezugsobjekte überproportional nachvollziehen. Als Bezugsobjekte dienen dabei Aktien, Rohstoffe oder Anleihen, aber auch ganze Aktienindizes oder Währungen. Häufig werden Derivate eingesetzt, um das eigene Depot gegen Wertverluste abzusichern. Doch immer mehr Anleger spekulieren auch auf schnelle Kursgewinne.Doch Vorsicht: Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Derivate nach Ansicht der Verbraucherzentrale nicht geeignet. Denn wer gezielt auf eine bestimmte Marktentwicklung spekuliere, gehe ein hohes Risiko ein.

Für Anleger, die wissen, was sie tun

Anders sieht das aber bei Anlegern aus, die sich mit der Materie befasst haben und die Risiken absichern können. Sie nutzen Derivate nicht nur zur Absicherung ihres Aktien- oder Fondsdepots, sondern können auch ordentliche Renditen mit den volatilen Finanzprodukten erreichen. Während Optionsscheine innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zum Kauf von Aktien, Devisen, Edelmetallen oder ähnlichen Referenzprodukten in einem bestimmten Bezugsverhältnis zu einem bestimmten, vorher festgelegten Preis berechtigen, orientieren sich Contracts for Difference (CFDs) an der Differenz zwischen Geld- und Briefkursen. Vorteil: Schon mit kleinem Kapital können Anleger an der Kursentwicklung von Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Renten teilhaben. CFDs bilden die Kursbewegungen genau ab, die Laufzeiten sind grundsätzlich unbegrenzt.