Mikrofinanz

Soziale Rendite zählt doppelt

Von Karl-Heinz Möller · 2021

Wenn der Zugang zum Geld fehlt, ist der Aufbau eigener Existenzen nicht möglich. Um dieses Problem zu lösen, das besonders in Entwicklungsländern den Aufbau regionaler Kleinunternehmen verhindert, wurde das Konzept des Mikrokredites eingeführt. Daraus entwickelten sich neue Formen der Bereitstellung von Geld für verschiedene Verwendungen. Aspekte der Nachhaltigkeit stehen dabei oft im Vordergrund.

Verleihen von Geld; Thema: Mikrofinanz
Foto: iStock/riderfoot

Innovationen, die in der Schublade liegen, Initiativen für Selbstständigkeit und fehlende Unterstützung für die Umsetzung unternehmerischen Handelns scheitern oft an mangelndem Kapital – selbst in Ländern mit einem ausgeprägten Bankwesen. Häufig bedarf es dafür einer Kultur, in der das Schöpferische auf gleicher Stufe oder höher steht wie etablierte Systeme.

Mit Mikrofinanz mehr Menschen Zugang zum Finanzmarkt ermöglichen

Innovatoren erkennen früh die Chancen von neuen Ideen und stellen Geld zur Verfügung. Wenn von zehn Konzepten eine Neuschöpfung erfolgreich ist, rechnet sich der Einsatz für den Geldgeber. In diesem Umfeld sind Strukturen entstanden, die Erstfinanzierungen unbürokratisch ermöglichen. Die Rede ist von Gründerfonds, Crowdfunding und anderen Plattformen als Sammelstellen für Kapital. Für die Erfindung des Mikrokredites erhielt der Muhammed Yunus aus Bangladesch den Friedensnobelpreis. Seinen Landsleuten hat der Ökonom in den 70er Jahren mit minimalen Krediten den Weg aus der Armut in die Selbstständigkeit ermöglicht. Kleinbauern, Näherinnen, Fischern und Handwerkern wurden auf diese Weise erfolgreiche Unternehmer und konnten aus den Erlösen ihrer Arbeit die Kredite zurückzahlen. Mittlerweile sind sie neben Mikroversicherungen und micro savings eine wesentliche Mikrofinanz-Dienstleistung. Die Kredite werden in der Regel von spezialisierten Finanzdienstleistern und nichtstaatlichen Organisationen meist zur Förderung der Entwicklung vergeben.

Nachhaltigkeit ist das entscheidende Auswahlkriterium

Fonds ermöglichen es Anlegern, Mikrofinanzinstitute in diesen Ländern zu refinanzieren. Die Auswahl der Mikrofinanzinstitute, mit denen der Fonds zusammenarbeitet, erfolgt nicht nur unter Risikogesichtspunkten, sondern wird auch maßgeblich von ethischen und sozialen Kriterien geprägt. Auf Basis einer sorgfältigen Unternehmensbewertung vor Ort werden Institute gewählt, die nachhaltig wirtschaften und ihre Dienstleistungen zu fairen Bedingungen anbieten. Ein besonderes Augenmerk wird beispielsweise auf folgende Punkte gelegt: Angemessene Zinssätze, transparente Kreditberatung, Weiterbildungsprogramme für die Kreditnehmer, die Vermeidung von Überschuldung, die Abdeckung ländlicher Gebiete und die Förderung von Frauen. Die Mikrofinanzinstitute verpflichten sich zu einer respektvollen Behandlung der Kreditnehmer, insbesondere beim Forderungseinzug und dem Kreditverkauf.

Quellen:
www.bmz.de
www.böll.de

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