MULTI-ASSET-Strategien

Zinsumfeld fördert Trend zu Mischfonds

Von Thomas Bleibtreu · 2016

Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase lassen sich mit herkömmlichen Geldanlagen so gute wie keine attraktiven Renditen mehr erzielen. Vor diesem Hintergrund rücken sogenannte Multi-Asset-Strategien immer mehr in den Vordergrund.

Für Geldanleger sind die Zeiten alles andere als rosig. Grund ist das historisch niedrige Zinsumfeld: Herkömmliche Spareinlagen bringen so gut wie keine Erträge mehr. Es wird immer schwieriger, einträgliche Renditeziele mit einseitig ausgerichteten Portfolien zu erreichen. Überhaupt riskieren Anleger, die sich nur auf eine Anlageklasse konzentrieren, hohe Wertverluste. So sind vor allem renditestarke Anlagen – zum Beispiel reine Aktiendepots – mit Risiken verbunden.

Der Mix macht’s

Vor diesem Hintergrund sehen sich Investoren und Anlageberater vor dem Pro-
blem, Anlageformen zu finden, die immer noch eine ansehnliche Rendite abwerfen, gleichzeitig aber nicht zu risikobehaftet sind.
In den Fokus rücken deshalb immer mehr Fonds, die in verschiedene Anlageklassen investieren. Diese sogenannten Multi-Asset-Fonds haben das Ziel, regelmäßige und laufende reale Erträge oder Einkommen zu generieren. Sie nutzen dafür zum Beispiel dividendenstarke Aktien, vergleichsweise gut verzinste Unternehmens- oder Schwellenländeranleihen, Rohstoffe, alternative Anlagen oder auch Gold und Immobilien. Viele Multi-Asset-Berater sind auch überzeugt, dass selbst Verkäufe von Aktien-Call-Optionen zusätzliche Quellen für Erträge sein können. Dies alles geht jedoch nicht ohne eine hohe Flexibilität. Sie ist unabdingbar, um Anleger vor Rückschlägen, die ihre Risikotoleranz übersteigen, zu bewahren. Insofern sollten private und institutionelle Investoren immer bedenken, dass die verschiedenen Produkte innerhalb der jeweiligen Multi-Asset-Strategie dem eigenen Portfolio auch neue Risiken hinzufügen können.

Kompetenz und Erfahrung wichtig

Um im Multi-Asset-Bereich erfolgreich zu sein, gilt es, verschiedene Punkte zu beachten. So sollte das Fondsmanagement auf jeden Fall eine möglichst globale Kompetenz haben. Dies ist Voraussetzung dafür, dass Anlagechancen in allen Regionen der Welt gezielt genutzt und Vermögen entsprechend breitgestreut investiert werden können. Darüber hinaus spielt bei Multi-Asset-Strategien die Erfahrung eine entscheidende Rolle. Wie gut ein Multi-Asset-Produkt funktioniert, zeigt sich vor allem in verschiedenen Marktszenarien. Das Managementteam sollte deshalb über einen Zeitraum von zehn bis 15 aufeinanderfolgenden Jahren nachgewiesen haben, dass sich dessen grundlegende Strategie und Markteinschätzung bewährt haben.
Last but not least ist die Risiko-Minimierung mit entscheidend. Investoren sollten deshalb darauf achten, wie wirkungsvoll ein Multi-Asset-Fonds das Risiko in der Vergangenheit reduzieren konnte, das heißt wie hoch die Wertschwankungen waren. Wer diese drei Punkte berücksichtigt, hat gute Chancen, mit einer Multi-Asset-Strategie als ertragsorientiertes Kerninvestment dem Ertragsdilemma, das sich aus dem gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld ergibt, erfolgreich ein Schnippchen zu schlagen.

Bestandsvolumen der Sachwertinvestitionen deutscher Anbieter im Jahr 2014 nach Assetklassen (in Milliarden Euro), Quelle: Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen, 2015