Absolute Return

Ziemlich feste Rendite

Von Karl-Heinz Möller · 2015

Im positiven Bereich zu bleiben, ist das Minimalziel eines jeden Anlegers. Wird ein Portfolio auf der Basis von Absolute-Return-Konzepten gelenkt, hat über einen gewissen Zeitraum die Rendite immer das Vorzeichen plus – so lautet zumindest die Botschaft der Anbieter.

Für bis zu drei Jahre eine stabile Rendite zu erzielen – das wäre doch schon was. Kaum eine Anlageklasse, die genau dies und mehr verspricht, wächst so rasant wie die Kategorieder Absolut-Return-Produkte. Mit speziellen Methoden, meist verbunden mit umfangreichen mathematischen Modellen, versprechen solche Produkte auf jeden Fall das Vermeiden eines Supergaus. Wenn tatsächlich Verluste entstehen, seien sie auf ein Minimum begrenzt. Kein Wunder, dass solche Ansagen Investoren anzieht.

Alpha kommt vor Beta

Der Name Absolute-Return-Fonds spiegelt die Absicht wider, absolute Wertzuwächse zu generieren, die diese Fonds möglichst unabhängig von den allgemeinen Marktrahmenbedingungen anstreben. Demnach ist die Zielsetzung von Vermögensverwaltern ein attraktives „Alpha“, also einen Mehrwert gegenüber der allgemeinen Marktentwicklung („Beta“), zu schaffen.

Absolute-Return-Fonds unterscheiden sich somit von klassischen Fonds, die durch aktives Management versuchen, einen Referenzindex zu übertreffen. Anders formuliert: Schneidet der Fondsmanager mit seinem klassischen Fonds besser ab als sein Referenzindex, hat er seinen Job erfüllt. Dies ist auch dann der Fall, wenn der Fonds absolut gemessen im Vergleich zur Vorperiode an Wert verliert.

Die auf viel Sicherheit getrimmten Absolute-Return-Produkte liegen in schwierigen Marktphasen in der Regel im Vorteil. Beherrschen Bullen die Szene, kann die Rendite geringer ausfallen als bei gewöhnlichen Aktien- oder Rentenfonds. So befinden sich Produkte, die in den vergangenen fünf Jahren 2,5 Prozent jährlich oder mehr erzielt haben, in der Minderheit.

Anleger müssen sich fragen, ob ihnen die Rendite wichtiger ist oder eine gewisse Absicherung.

Nachfrage bleibt auf hohem Niveau

So stellt sich für Anleger die Frage nach dem Nutzen, wenn zwar Kursrückgänge abgefedert werden, der Fonds jedoch auf lange Sicht deutlich weniger abwirft als seine Pendants ohne Absicherung. Vor elf Jahren wurden Fonds in Deutschland erlaubt, die eine stets positive Rendite versprechen dürfen. Dabei sind Anlagestrategien mit Sicherheitsnetz offenbar nach wie vor ein beliebtes Anlageziel.

Die Fondskonstuktionen sind so verschieden wie selten. Da gibt es Ansätze, die aus der Welt der Hedgefonds stammen, sehr mathematisch aufgebaut sind, auf komplexen Modellen basieren und stärker Derivate einsetzen als es in anderen Fonds der Fall ist. „Letzten Endes müssen sich die Anleger fragen, ob ihnen die Rendite wichtiger ist oder eine gewisse Absicherung“, sagt Morningstar-Experte Masarwah. „Eine Rendite zu erzielen wie der MSCI World und gleichzeitig das Risiko zu beschränken ist jedenfalls unmöglich.“