Altersvorsorge

Wie die Rente nicht zur Finanzfalle wird

Von Tobias Lemser · 2017

Angesichts des sinkenden Rentenniveaus und des demografischen Wandels reicht das gesetzliche Altersgeld selbst bei vielen Durchschnittsverdienern nicht aus. Wer seinen Lebensstandard im Alter halten will, kommt um eine zusätzliche Altersvorsorge nicht herum. Doch was ist da sinnvoll und wie sollte man es angehen?

Fällt das Wort Altersvorsorge schalten viele Verbraucher direkt ab. Wohl wissend, dass die Rentenkasse im Alter ohnehin nicht viel ausschüttet und ohne private Vorsorge nichts läuft, ist den meisten die Materie zu komplex. Doch eines ist klar: Wer zu lange mit der Altersvorsorge zögert, muss schlimmstenfalls befürchten, in die Altersarmut abzurutschen. Umso früher man sich um die Altersvorsorge kümmert, desto mehr kommt am Ende dabei raus. Was also tun, um sorglos in die Rente zu gehen und den Lebensstandard halten zu können?

Drohende Rentenlücke 

Wichtigster Punkt ist zunächst ein Blick auf die alljährlich versendete Renteninformation. Um die darin angegebene voraussichtliche Rente auch wirklich im Alter zu bekommen, muss jedoch bis zum Renteneintritt wie bisher gearbeitet werden. Wer wissen will, ob der Betrag ausreicht oder gar eine Rentenlücke entsteht, sollte alle zukünftigen Alterseinkünfte zusammenzählen und rund zehn Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung plus mögliche Steuern abziehen. Bleibt nach Einberechnung aller anfallenden Ausgaben am Ende ein Minus stehen, gibt dies grob die zu erwartende Rentenlücke an. Um dieses drohende Finanzloch zu stopfen, aber auch zu klären, welcher monatliche Betrag bis dahin monatlich eingezahlt werden kann, führt zumeist kein Weg an einer Finanzberatung vorbei. Wie wichtig vielen dabei ein persönliches Gespräch und eine langfristige Beziehung zum Berater sind, zeigt eine Studie der Versicherungsgruppe die Bayerische: Demnach gaben 62 Prozent der Befragten an, aufgrund der persönlichen Beratung vor Ort einen Vertrag über ein Altersvorsorgeprodukt abgeschlossen zu haben. 

Riestern oder Immobilienkauf

Mit dabei auch die Riester-Rente. Diese kann genau dann sinnvoll sein, wenn man tatsächlich von der Zulagen- und Steuerförderung profitiert. Sowohl mit einem Riester-Banksparplan für Sicherheitsliebende als auch mit einem Riester-Fondssparplan für risikofreudigere Anleger lassen sich Rücklagen zur Altersvorsorge bilden. Jedoch sollten Riester-Sparer mindestens vier Prozent ihres Einkommens einzahlen, um auch die volle staatliche Förderung auszuschöpfen.

Ebenso lukrativ – gerade bei der jetzigen niedrigen Zinslage – kann ein Immobilienkauf sein. Größter Pluspunkt: Die gesparte Miete steht dann quasi als Zusatzrente zur Verfügung. Wichtig jedoch: Die Immobilie sollte vor Renteneintritt schuldenfrei sein, uneingeschränkt nutzbar, also etwa barrierefrei sein, und eine gute Lage haben. Denn was nützt ein Traumhaus in ruhiger Waldrandlage, wenn es – auch für potenzielle Mieter – zu abgelegen und unter Umständen nicht mit dem ÖPNV erreichbar ist?