Private Equity

Verdienen mit innovativen Unternehmen

Von Karl-Heinz Möller · 2015

Die Niedrigzinsphase hat viele Investoren überzeugt, ihr Kapital lieber Unternehmen zur Verfügung stellen. Im besten Falle entsteht eine Gewinnsituation für beide Seiten, und Geldgeber erzielen mit ihrem Engagement eine passable Rendite.

Steht hinter dem Gedanken, eigenes Geld dem Unternehmer für seine Geschäftsidee verzinslich bereit zu stellen, ist diese Investition volkswirtschaftlich äußerst sinnvoll. Reüssiert das Unternehmen, fließt das Kapital an den Geber zurück plus der vereinbarten Vergütung. Die aktuelle Startup-Euphorie surft auf dieser Welle. Positive Nebeneffekte sind Wertschöpfung, Innovationen und die Schaffung von Arbeitsplätzen.
Private-Equity-Konzepte als Geldanlagemodelle funktionieren nicht anders. Im Beispiel der Finanzierung eines jungen Unternehmens handelt es sich um Venture-Capital (Risikokapital zur Anschubfinanzierung). Sie zeichnen sich durch ein höheres Risiko-Rendite-Profil aus. Private-Equity-Investitionen im weiteren Sinne umfassen ebenso Investitionen in etablierte Unternehmen, deren Produkte neu sind oder in fortgeschrittenen Lebenszyklen stecken.

Die J-Kurve sichert die zügige Rückzahlung des Kapitals.

Fonds bilden die Brücke zu Kapitalbeteiligungsgesellschaften

Der Begriff Private Equity wird als ‚außerbörsliches Eigenkapital‘ verstanden. Als Kapitalgeber fungieren oftmals Kapitalbeteiligungsgesellschaften, die Private-Equity-Investments anbieten. Der Anleger erwirbt für einen begrenzten Zeitraum durch seinen Einsatz Unternehmensanteile und kann so eine Rendite erzielen. Fonds-gesellschaften schlagen die Brücke zwischen den Anlegern und Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Manchmal investieren die Fondsmanager auch direkt in die Unternehmen, die im Fonds enthalten sind. Zu den Besonderheiten zählt, dass in den ersten Jahren meistens nur Geld in den Fonds eingezahlt wird. Rückzahlungen oder Ausschüttungen mit Gewinn erfolgen später, da die Unternehmen das Kapital plus Zinsen erwirtschaften müssen. Weil die Kostenkurve der Zielunternehmen die Form eines ‚J‘ hat, wird sie J-Curve genannt und ist ein Symbol für Private-Equity-Investments.

Ohne Private Equity wäre die Gründerszene arm

Privat Equity Fonds bieten in der Regel nicht nur überdurchschnittliche Renditen, die zwischen acht und 12 Prozent liegen können. Sie ermöglichen Anlegern mit ihren Investitionen Zugang zu interessanten Firmen und Entwicklungen. Dieses Know-how schafft Verständnis und macht aus den Investoren Spezialisten, die wissen wollen, was mit ihrem Geld geschieht. Und nicht nur das. Private Equity hat einen enormen ökonomischen Stellenwert. Professor Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Institute, schätzt die gesamt-wirtschaftliche Bedeutung von Beteiligungskapital in Deutschland hoch ein: „Wenn Deutschland erfolgreich altern will, benötigen wir mehr Unternehmensgründungen. Die Tatsache, dass unsere Volkswirtschaft derzeit der Wachstumsmotor Europas ist, ändert daran nichts“.