Multi-Asset

Risikopotenziale reduzieren

Von Karl-Heinz Möller · 2016

In unsicheren Zeiten haben Strategien Konjunktur, die mögliche Gefahren abschwächen und dennoch die mögliche Performance mitnehmen. Voraussetzung dafür ist, dass eine abgestufte Mischung im Portfolio für Ausgleich sorgt.

„Man legt nicht alle Eier in einen Korb.” Diese Worte hört man unweigerlich, wenn Finanzexperten die Notwendigkeit von Diversifikation, also der Streuung eines Vermögens auf verschiedene Anlagearten, erklären. In den 80er und 90er Jahren waren die Finanzmärkte insgesamt in robuster Verfassung. Mit ein paar Faustregeln konnte man Vermögenswerte sinnvoll verteilen und ansprechende Anlageergebnisse erzielen. Allerdings: Diversifizieren ist anspruchsvoller und notweniger denn je.

Korrelationen und Marktschwankungen nehmen zu

Seit Beginn des neuen Jahrtausends nahmen die Korrelationen zwischen den Anlageklassen zu. Sogar Aktien und Anleihen bewegten sich manchmal gleichzeitig nach unten, was die Risikominderung durch Streuung sehr schwierig macht. Zukünftig dürfte auch insgesamt die Volatilität zunehmen. Gründe dafür seien unter anderem ein niedrigeres Wirtschaftswachstum. Eine Mehrheit von Volkswirten sehen für Industrieländer als auch Schwellenländer mittelfristig niedrigere Wachstumsraten.

Investments auf breites Know-how von Spezialisten aufbauen

Eine Antwort auf diese Herausforderungen können moderne Mischfonds oder Multi-Asset-Fonds sein, deren Management Teams bei der Diversifizierung analytisch mathematisch genau vorgehen. Ein Faktor dabei ist die Flexibilität. Asset-Manager können die Gewichtungen von Anlageklassen und Wertpapieren an die jeweilige Marktlage anpassen und so Chancen und Risiken dynamisch abwägen. Positiv wirkt eine breite Basis der Anlagevarianten. Die Mittel werden global auf ein breites Spektrum von Anlageklassen aufgeteilt. Etwa nicht nur auf Klassiker wie Renten und Aktien. Anleger, die langfristig Vermögen aufbauen wollen, profitieren mit Multi-Asset-Fonds bei ihren Investmententscheidungen vom breiten Know-how ganzer Spezialisten-Teams, sagen nicht zu Unrecht die Fondsanbieter.

Multi-Asset-Fonds können sich aus verschiedensten Anlageklassen zusammensetzen, beispielsweise Aktien, Anleihen und Rohstoffen. „Ziel dieser Mischung ist die Reduzierung des Risikos“, erklärt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. Das Mischverhältnis fällt sehr unterschiedlich aus: „Es gibt defensive, ausgewogene und auch aggressive Multi-Asset-Fonds.“ Verbraucher müssten immer genau abwägen, ob sie sich mit dem eingegangenen Risiko wohlfühlen.

Trotz der Nachteile sind Mischfonds und Multi-Assets bei Anlegern beliebt. In den vergangenen drei Jahren verbuchten sie Rekord-Absätze. Im Jahr 2015 sammelten Mischfonds Zuflüsse von 38,6 Milliarden Euro netto ein, informiert der deutsche Fondsverband BVI. Zum Vergleich: Insgesamt sammelten Publikumsfonds netto 71,9 Milliarden Euro neue Gelder ein. Laut BVI bauen Multi-Asset-Fonds Anlegern, die unter Umständen vor reinen Aktien-Anlagen zurückschrecken, eine Brücke zu renditestarken Assetklassen.