Emerging Markets

Renditechancen in Übersee

Von Paul Trebol · 2017

Wenn der Welthandel Fahrt aufnimmt, steigt das Interesse an Wertpapieren aus den Schwellenländern. Wachstumsaussichten stärken die Volkswirtschaften der sogenannten Zweitländer und bewegen die Börsenkurse nach oben. Auch Staats- und Unternehmensanleihen können für ein breit sortiertes Portfolio begehrenswert werden.

Im ökonomischen Sinne werden unter den Emerging Markets die Märkte der sogenannten Schwellenländer verstanden. Sie sind auf dem Sprung vom Entwicklungsland zur modernen industrie- und dienstleistungsorientierten Volkswirtschaft. Aktuell zählen große, bevölkerungsreiche Staaten wie China und Indien ebenso dazu wie kleinere Volkswirtschaften, beispielsweise in zentral- und osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien.

Wachstumsmärkte werden für Finanzprodukte auch gerne zusammengefasst. „BRIC“ taucht dabei in vielen Betrachtungen am häufigsten auf. Diese Abkürzung setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Ländernamen Brasilien, Russland, Indien und China zusammen. Nationen aus dem asiatischen Raum werden auch oft als Tiger- oder Pantherstaaten bezeichnet oder unter „A“ zusammengefasst.

Dynamisches Wachstum und niedriges Lohnniveau

Gemeinsam ist diesen Märkten, dass sie ein wesentlich dynamischeres Wirtschaftswachstum aufweisen. Wertvolle und seltene Bodenschätze kurbeln dazu die Nachfrage weiter an. Neben den hohen Wachstumsraten ist ein relativ niedriges Lohnniveau bezeichnend und hochwertige Konsumgüter haben noch keine Marktsättigung erreicht. Welches Potenzial zu erwarten ist, zeigen einige Eckdaten: Allein in den vier BRIC-Staaten leben rund 2,8 Milliarden Menschen beziehungsweise 40 Prozent der Weltbevölkerung. Die jährlichen Steigerungen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen in diesen Ländern typischerweise zwischen fünf und zehn Prozent. 

Kompetenz von Fondsmanagern vertrauen

Messlatte für die Entwicklung und Performance ist der MSCI-Index für Emerging Markets MSCI EM. Auf seiner Basis sind viele Anlageprodukte aufgesetzt. In der Regel sind dies Investmentfonds einschließlich Konstruktionen mit ETFs. Direktinvestitionen in Aktien, Anleihen, Unternehmen und Märkte sind eher das Spielfeld für international agierende Investoren. Der Vorteil von Fonds ist, dass Anleger  nicht selbst einzelne Aktien oder Rentenpapiere auswählen müssen. Sie vertrauen der Kompetenz des betreffenden Fondsmanagements.

Bei der Betrachtung der Kurse fällt auf, das viele Aktien der Emerging Markets zu den „Outperformern“ 2016 gehörten. Experten wie broker-test sehen gute Chancen für 2017. Es sei denn, eine Krise wie in Brasilien führt direkt in einen Crash. Die gute Entwicklung in diesem Jahr sei vor allen Dingen abhängig vom Kurs des US-Dollar. Inzwischen gelten Schwellenländer-Aktien und -Anleihen wieder als Comeback-Kandidaten. Wer sich in die aufstrebenden Märkte in Asien, Lateinamerika und Osteuropa begibt, sollte allerdings genauer hinschauen. Morning-Star empfiehlt bei Investments daher die Beachtung von drei Fakten:  Schwellenländermärkte sind hochvolatil, Investments sollten dort deshalb breit diversifiziert erfolgen und Anleger, die partout konzentrierte Wetten eingehen wollen, sollten so mutig sein und antizyklisch investieren.