Vermögensverwaltung

Professionelle Geldvermehrung

Von Karl-Heinz Möller · 2016

Besitz und Reichtum kann belasten. Daher engagieren Wohlhabende mit Millionen Euro auf dem Konto Berater. Sie sorgen dafür, dass ihr Kapital zumindest nicht weniger wird. In der Realität wird es durchschnittlich eher mehr, wie zahlreiche Studien zeigen.

Vermögensberatung kennt viele Ausprägungen. Nicht selten rückt dabei der Begriff Beratung in den Hintergrund. Entweder, weil es sich für die beratende Bank nicht lohnt. Oder alles unbegleitet „seinen Gang“ geht. So heften tausende Anleger jeden Monat sorgfältig ihre Depotauszüge im Ordner „Geldanlage“ ab und schauen passiv zu, was die drei bis vier Fonds erwirtschaftet haben. Anfang des neuen Jahres wird dann mit dem Bankberater in der Filiale Bilanz gezogen.

Mit Strategie und Intuition alle Potenziale heben

Es liegt auf der Hand, dass hier Chancen verpasst werden. Immerhin besitzt nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank statistisch gesehen jeder Haushalt in Deutschland mehr als 200.000 Euro Nettovermögen. Wie der jüngsten Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF) für Deutschland zu entnehmen ist, konnten vor allem Besitzer von Häusern, Wohnungen und Aktien ihr Vermögen in den vergangenen Jahren mehren.

Im internationalen Vergleich habe Deutschland laut „Global Wealth Report“ insgesamt aufgeholt. Die Schweizer Großbank Credit Suisse ermittelte, dass das Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem gegen den weltweiten Trend um 2,8 Prozent anstieg. Weltweit stieg das Vermögen der Menschen um 1,4 Prozent auf 256 Billionen Dollar. Vor der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 hatte es noch zweistellige Zuwachsraten gegeben. In der Krise war die Zahl der Millionäre gesunken. Mittlerweile sei sie mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2000. Die Reichen profitierten in den vergangenen Jahren vor allem von steigenden Kursen an den Börsen. Nicht zuletzt auch dank einer anderen, professionelleren Art der Beratung.

Nicht jeder darf sich Vermögensverwalter nennen

Der Begriff Vermögensverwalter ist rechtlich nicht geschützt. Es dürfen sich daher viele so nennen, die das Vermögen Dritter betreuen. Mittlerweile müssen sie offiziell eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorweisen, wenn in Wertpapiere angelegte Kundendepots verwaltet werden.

Vermögensverwalter für Wohlhabende betreuen ihre Kunden umfassend. Im Beispiel eines Family Office übernehmen die Experten die gesamte Organisation und das Management der Finanzen inklusive rechtlicher Vorhaben. Wer den Genuss einer Betreuung durch eine Privatbank oder eines „Private Banking“ erfährt, ist privilegiert. Eine solche Intensiv-Betreuung ist häufig abhängig von der Größe des Depots beziehungsweise Vermögens. Nach oben gibt es kein Limit. Je höher das Volumen ist, umso größer sind die Chancen, hohe Renditen zu erzielen. Vor allem die Breite der Diversifikation eröffnet den Managern neue lukrative Wege.