Private Equity

Kapital in Unternehmen investieren

Von Patrick Jain · 2016

Ob Maschinenbauer oder Großbäckerei – ohne frisches Kapital ist kurz- und mittelfristig die Existenz der Unternehmen nicht gesichert. Alte Werkzeug-Maschinen beziehungsweise Backöfen müssen durch neue, bessere ersetzt werden. Vertrieb und Verkauf warten auf Digitalisierung. Investitionen in die Einführung moderner Informationstechnologie kann im Wettbewerb die Konkurrenz auf Abstand halten.

Für neue Ideen und existenzielle Maßnahmen wird im Unternehmen permanent Geld benötigt. Kredite von Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken können den Bedarf nur bedingt decken. Sie sind oft weniger bereit, Risiken einzugehen, verstehen das Geschäft nicht oder gehen zu bürokratisch vor. Daher stellen vermehrt private Investoren Kapital zur Verfügung. Dies kann direkt für bestimmte Investitionen erfolgen. Auch beteiligen sich Geldgeber am Stammkapital der Unternehmen.

Private Equity ist eine Form der Eigen- beziehungsweise Beteiligungsfinanzierung für Unternehmen. Eigenkapital (equity) wird von privaten Investoren oder von institutionellen Private Equity Fonds, die Kapital von großen Anlegern wie Versicherungen und Pensionskassen einsammeln und in nicht börsennotierte Unternehmen investiert.

Risiko und Chance stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis

Private Equity Investoren sind oft institutionelle Investoren (wie Pensionskassen, Finanzinstitute), die eine große Geldsumme mit langer Laufzeit investieren. Private Equity Investoren benötigen in der Regel mehrere Jahre, bis sie ein notleidendes Unternehmen erfolgreich restrukturiert haben.

Drei klassische Wege stehen für ein Investment in Private Equity von Privaten zur Wahl. Geschlossene Fonds können direkt in Unternehmen investieren oder in ein oder mehrere einzelne Private Equity Fonds. Wer in Fonds der großen Private Equity Firmen wie Blackstone, 3i Group oder KKR investieren möchte, muss mit hohen Mindestinvestitionssummen von mehr als 100.000 Euro rechnen.

Equity Fonds legen für private Anleger das Geld an

Das Thema Private Equity wird dem Privatanleger auch mit einer geringeren Investitionssumme zugänglich gemacht. Es gibt zahlreiche Anlagefonds, die nur in Private Equity Unternehmen investieren. Dabei beteiligt sich der Investor nicht direkt an Private Equity Fonds, sondern an Gesellschaften, die solche Fonds anbieten. Zusätzlich hat die Finanzbranche Indizes entwickelt, die als Komponenten Private Equity Firmen haben. Auf diese Indizes gibt es ETFs (Exchange Traded Fonds) oder Zertifikate.

Anleger können ebenfalls in einzelne Private Equity Unternehmen investieren und die Aktienauswahl selbst treffen. Zu unterscheiden sind Unternehmen, bei denen sich Anleger direkt in die Beteiligungen an Portfoliounternehmen einkaufen (zum Beispiel die deutschen Werte Aurelius und GBK), und solche, die Erträge aus dem Management von Private-Equity-Fonds erzielen (Blackstone, KKR oder andere).