Demografie und Immobilien

Investieren in Lebensqualität

Von Karl-Heinz Möller · 2015

Geldanlagen sind Investitionen in die Zukunft. Zwei Entwicklungen werden dabei an Bedeutung gewinnen. Demografisch betrachtet kämpft die Gesellschaft mit Überalterung. Parallel dazu ändert sich gravierend die Art und Weise des Lebens: Mittelpunkt der meisten Menschen wird immer mehr die Großstadt.

Die Mehrzahl der Menschen, die im Jahr 2050 in Deutschland leben werden, ist heute bereits geboren. 2050 wird rund jeder dritte Deutsche älter als 64 Jahre sein. Wenn sich nicht gravierend etwas ändert, werden immer weniger Kinder geboren. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung steigt. Die Bedeutung der demografischen Veränderungen mit dem Fokus auf Vermögensaufbau, Geldanlage, Lebenshaltung, Altersvorsorge und Sicherheit spielt daher bei langfristiger Betrachtung eine zentrale Rolle. Die Veränderung der Alterspyramide zieht finanzielle Konsequenzen nach sich. Rente, Altersvorsorge, Steuern, Miete und Kaufkraft sind betroffen. Beispielsweise im eigenen Haus zu wohnen oder über eine vermietbare Eigentumswohnung zu verfügen, macht unabhängig und lässt Spielräume entstehen.

Urban leben – möglichst in der Stadt

Die Art und Weise, wie und wo die Deutschen leben wollen, ist im Umbruch. Mehr als 50 Prozent der Bürger wohnen bereits in den großen Metropolregionen. Bis 2050 sollen es bis zu 70 Prozent sein. Konsequenz: Das Leben konzentriert sich auf die großen Metropolen. Allein von 2012 auf 2013 verloren die ländlichen Regionen knapp 20.000 Einwohner, während die Städte mehr als 260.000 neue Bürger hinzugewannen.

Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) errechnet hat, verzeichnete Berlin zwischen 2011 und 2013 einen durchschnittlichen Zuwachs von 43.000 Einwohnern pro Jahr. Dahinter folgen München (22.600), Hamburg (13.600) und Frankfurt (11.500). Nahezu alle großen Städte in Deutschland haben eine positive Zuwanderungsbilanz. Insbesondere die ‚Gateway Cities‘ Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart weisen hohe Zuwanderungsgewinne aus dem Ausland auf. Diese großen Trends haben Einfluss auf die Geldströme und das Investitionsverhalten. Interpoliert in die Zukunft versprechen Engagements in den Städten sichere Renditen. Deutsche Top-Städte bleiben demnach das Hauptziel für Investoren. 45 Prozent der Anleger bezeichnen die Bundesrepublik als sehr attraktiven Standort. Vor einem Jahr lag der Anteil bei knapp einem Drittel.

Gründe für die Attraktivität Deutschlands als Investitionsziel seien vor allem die Stabilität des Marktes und die positive wirtschaftliche Entwicklung. Demnach werden die Preise für Immobilien in Deutschland laut einer Umfrage der Wirtschaftsberatung Ernst & Young weiter steigen. 62 Prozent der befragten Investoren erwarten für 2015 höhere Kaufpreise für Wohngebäude in Top-Lagen. Laut Erhebung setzt sich ein weiterer Trend fort: Deutsche Immobilien werden nicht nur teurer, sondern auch beliebter.