Anleihen

Fester Zins, feste Laufzeit

Von Peter Quäl · 2017

Staatspapiere und Unternehmensanleihen gelten als sichere Geldanlage und gehören damit in jedes Depot. Doch die festverzinslichen Wertpapiere bieten derzeit nur eine geringe Verzinsung. Anleger setzen deshalb derzeit auf kurze Laufzeiten.

Sie sind im Moment alles andere als Zinsgiganten, zählen aber nach wie vor zu den häufig genutzten Anlageprodukten. Die Rede ist von Anleihen. Der Grund ihrer Popularität ist einfach: Sie gelten als relativ sichere Geldanlage und sind für längere Zeiträume geeignet. 

Zinsen zeigen Risiko

Der Käufer legt bei Staats- oder Unternehmensanleihen einen Betrag an, erhält dafür Zinsen und am Ende der Laufzeit den Nennwert der Anleihe wieder zurück. In Niedrigzinsphasen wie gegenwärtig bieten sich Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten von bis etwa fünf Jahren an. Das begrenzt das Zinsänderungsrisiko.

Als relativ sichere Produkte gelten Staatsanleihen aus anerkannt wirtschaftlich soliden Ländern. Spannend für Investoren sind die jeweiligen Ratings. So bieten Staaten und Unternehmen mit Rating-Note AAA die beste Kreditwürdigkeit. Immer noch als akzeptabel gelten Ratings bis BBB. Alles was darunter liegt, ist in der Regel äußerst riskant. 

Geld vom Staat

Die wohl bekannteste Anleiheform sind Staatsanleihen, wie sie etwa von der Bundesrepublik Deutschland ausgegeben werden. Die Laufzeiten betragen wenige Monate bis zu mehr als 30 Jahre. Staatsanleihen von finanzstarken Ländern gelten als die sichersten Anleihen überhaupt. Eine besondere Form von Staatsanleihen sind sogenannte inflationsindexierte Anleihen, deren Zinszahlung davon abhängt, wie sich die Inflationsrate entwickelt. Neben Staaten geben auch viele Unternehmen zum Zweck der Finanzierung Anleihen aus. Dabei hängt die zu erwartende Rendite sowohl von der Laufzeit als auch von der Bonität des Unternehmens ab. Je höher die Finanzkraft des Unternehmens und je kürzer die Laufzeit, desto niedriger ist die Zinszahlung, die man als Anleger erhält.

Mehr Risiko, bessere Rendite

Eine weitere spezielle Variante sind nachrangige Anleihen. Bei diesen Anleihen bekommen Investoren im Falle einer Insolvenz des Herausgebers erst nach allen anderen Gläubigern ihr Geld zurück. Eine riskantere Form von Staats- und Unternehmensanleihen sind Hochzinsanleihen. Sie bieten höhere Renditen als Papiere von Herausgebern mit besserer Kreditwürdigkeit, haben aber auch ein höheres Risiko.

Nullkupon- oder auch Nullzinsanleihen verfügen über keinerlei Zinskupon. Stattdessen werden sie zu einem niedrigeren Kurs emittiert, der dann im Zeitverlauf bis zum Datum der Rücknahme der Anleihen auf 100 Prozent steigt. Auch hier gilt aber, dass externe Faktoren wie Marktzinsen oder konjunkturelles Umfeld die Wertentwicklung innerhalb der Laufzeit beeinflussen können.

Anleihen in Aktien wandeln

Eine Mischform aus Aktien und Anleihen stellen Wandelanleihen dar. Diese Anleihen können Investoren zu einem bestimmten Kurs in Aktien tauschen. Abhängig von den Merkmalen des jeweiligen Wertpapiers verhalten sich diese Anleihen eher wie Aktien oder wie Anleihen. Sie sind risikoreiche, sehr komplexe Produkte und deshalb nur für Experten geeignet.

Zinsgefälle in Europa

Die Renditen für Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit differieren in Europa erheblich. Während in Griechenland 5,85 Prozent geboten werden, gibt Portugal seinen Gläubigern 3,3 Prozent, Italien 2,21 Prozent und Spanien 1,6 Prozent.