Festgeld

Deutsche Sparer lieben Sicherheit

Von Andreas Taler · 2016

Sicherheit ist Trumpf. Das gilt auf jeden Fall für die Mehrheit der Deutschen. Millionen Deutsche führt der Wunsch nach einer sicheren Geldanlage auch heute zum Festgeld. Bei dieser Anlage, bei der sie ihr Geld für eine fest vereinbarte Laufzeit der Bank überlassen und dafür einen garantierten Zins erhalten, wähnen sich die Deutschen vor Kursschwankungen und Pleiten in Sicherheit.

Doch die Zinsen richten sich beim Festgeld nicht nur nach Anlagebetrag und Laufzeit, sondern auch nach der aktuellen Lage am Zinsmarkt. Und die ist derzeit bekanntlich wenig rosig. „Deshalb und aufgrund des großen Angebots an Produkten sollte man vor dem Abschluss einer Festgeldanlage immer einen aktuellen Zinsvergleich nutzen, um das für einen selbst möglichst attraktivste Angebot herauszufinden“, rät der Berliner Finanz- und Anlageberater Thomas Breitenstein.

Zinsvergleich im Internet

Möglich macht den umfassenden Vergleich das Internet. Hier sind die verschiedenen Festgeld-Angebote aufgelistet – und zwar auch über deutsche Grenzen hinweg. Der Blick ins europäische Ausland kann gerade beim Festgeld durchaus lohnen. Denn liegen die Zinsen der deutschen Institute für diese Geldanlage derzeit zwischen 0,1 und 1,25 Prozent, winken im Ausland Renditen bis zu 2,5 Prozent. Festgeld-Vermittler helfen zudem, Sprachbarrieren und bürokratische Hindernisse zu umgehen.

Auf solchen Festgeld-Vergleichsportalen geben Sparer nur den gewünschten Anlagebetrag und die Laufzeit in einen Zinsrechner ein. Anschließend zeigt der Rechner die Angebote verschiedener Banken – wahlweise im In- und Ausland. Hat der Anleger ein Produkt gefunden, kann er über das Portal auch gleich mit der betreffenden Bank Kontakt aufnehmen, nähere Informationen einholen und das Festgeldkonto eröffnen. Auf jeden Fall muss bei der Festgeldanlage immer ein bestimmter Mindestbetrag angelegt werden. Die Höhe dieses Betrages hängt von der jeweiligen Bank ab – in der Regel liegen die Mindestbeträge zwischen 2.500 und 5.000 Euro.

Betrag während der Laufzeit nicht verfügbar

Keine Frage, dass der Zinssatz bei der Auswahl eines Festgeldkontos eine entscheidende Rolle spielt, hängt davon doch die Rendite ab, die der Kunde mit seiner Einlage erzielen kann. „Beim Festgeld gilt die Faustregel: Je höher der Betrag und je länger die Laufzeit, desto höher fällt auch die Rendite aus“, heißt es im Finanzportal „festgeldzinsen.org“. Hat man sich für Festgeld entscheiden, sollte man genau überlegen, welchen Betrag man für welche Zeit entbehren kann, denn in der Regel ist der angelegte Betrag während der Laufzeit nicht verfügbar. Keine entscheidende Rolle spielt der Termin der Zinszahlungen. Diese erfolgt bei kürzeren Anlagebeträgen immer am Ende der Laufzeit. Bei mehrjährigen Anlagen kann auch eine jährliche Zinszahlung erfolgen. Stichwort Laufzeiten: In der Regel sind diese frei wählbar. Je nach Bank liegen die Laufzeitangebote zwischen 30 Tagen und bis zu zehn Jahren.

Unter Sicherheitsaspekten ist Festgeld zweifellos eine der attraktivsten Anlageformen. „Bei Banken mit Hauptsitz innerhalb der Europäischen Union sind alle Einlagen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung abgedeckt“, erklärt Anlageberater Breitenstein. Darüber hinaus haben sich die meisten deutschen Kreditinstitute noch zusätzlich einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds angeschlossen. Damit sind auch noch weitaus höhere Beträge abgesichert. Anders sieht es bei Banken aus, die ihren Sitz außerhalb der EU haben. Hier sind die Einlagen zumeist nur zu einem bestimmten Prozentsatz, teilweise auch gar nicht abgesichert. Zudem drohen bei Anlagen, die nicht in Euro notiert sind, Währungsrisiken.

Geht es um die Erträge des Festgeldsparens, ist natürlich auch der Fiskus mit dabei. So wird auf die Zinserträge, die über dem Sparerfreibetrag liegen, die pauschale Abgeltungssteuer von 25 Prozent berechnet. Darüber hinaus sind noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der berechneten Abgeltungssteuer und eine eventuelle Kirchensteuer fällig. Als eine Art Quellensteuer werden die Beträge direkt durch die jeweilige Bank an das Finanzamt abgeführt.