Aktien

Deutsche Anleger bleiben vorsichtig

Von Peter Quäl · 2017

Nur etwa vier Prozent der Deutschen investieren in Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder Zertifikate. Dabei zählen Aktien zu den Geldanlagen mit der höchsten Rendite. Und dieser Trend scheint ungebrochen, denn erst Mitte Mai durchbrach der Deutsche Aktienindex (DAX) zum ersten Mal die Marke von 12.800 Punkten. Schon zuvor war der DAX wochenlang von Rekord zu Rekord geeilt.

Tolle Zeiten für Aktien – und dennoch sehen die Sparer hierzulande bei Geldanlagen in Aktien in der Regel mehr Risiken als Chancen. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass viele Deutsche in den Jahren 1996 bis 2000/2001 mit der Telekom-Aktie, dem Desaster am Neuen Markt und der Finanzkriese 2008 viel Geld und damit das Vertrauen in Aktien als solide Geldanlage verloren haben. 

Gleichwohl ist historisch gesehen der Kauf von Aktien eine einträgliche Sache. Anleger, die über zwanzig Jahre (im Zeitraum 1996 bis 2015) in den DAX investiert hatten, konnten alleine in zehn von zwanzig Jahren eine Rendite von jeweils mehr als 20 Prozent pro Jahr einstreichen. Allerdings büßte der DAX auch in drei von zwanzig Jahren mehr als 20 Prozent ein. Im Durchschnitt lag die Jahresrendite beim DAX bei 8,1 Prozent pro Jahr.

Informationen sind alles

Für Aktionäre als direkte Teilhaber an Unternehmen der deutschen oder internationalen Wirtschaft, sind Informationen zu den betreffenden Unternehmen (fast) alles. Wer eine Aktie an der Börse kaufen möchte, sollte sich also unbedingt umfassend über das Investment und das Unternehmen informieren. Dabei empfiehlt sich immer auch ein Blick auf die Investor-Relations-Webseite der Aktiengesellschaft, in die man investieren möchte. Spannend sind zudem Einschätzungen von Analysten. Dabei handelt es sich um unabhängige oder auch banknahe Finanzfachleute, die mit den jeweiligen Unternehmen und Branchen vertraut sind.

Jährliche Entwicklung des DAX. Quelle: Deutsche Börse, 2017

Neulinge an der Börse sollten zunächst mit kleineren Beträgen an den Start gehen und nach Möglichkeit keine allzu spekulativen Wertpapiere kaufen. Auf keinen Fall sollte alles auf eine Karte gesetzt werden. Dies birgt das Risiko, im Fall eines Kursrückgangs rasch hohe Verluste einzufahren. Die bessere Strategie besteht darin, auf verschiedene chancenreiche Werte unterschiedlicher Branchen zu setzen. Auf diese Weise lässt sich das Risiko streuen. 

Kursschwankungen sind die Regel

Aktien sind Unternehmensanteile. Deshalb ist auch klar, dass Unternehmensnachrichten die Aktienkurse beeinflussen. Sind die Geschäftszahlen eines Unternehmens gut, sind meist steigende Kurse die Folge. Fallen die Zahlen dagegen schlecht aus, kommt es in der Regel zu Verlusten. Es kann aber auch sein, dass die Zahlen zwar gut sind, die Marktteilnehmer aber im Vorfeld noch bessere Ergebnisse erwartet haben. Dann kann es trotz positiver Daten zu – teilweise erheblichen – Kursabschlägen kommen. Dies zeigt schon, dass Kursschwankungen am Aktienmarkt an der Tagesordnung sind. Man sollte also auf jeden Fall über einen kühlen Kopf verfügen, wenn man in Aktien investiert. Kurzfristige Kursverluste dürfen nicht dazu führen, dass man sofort seine Wertpapiere panikartig verkauft. Wichtig ist, dass es nicht nur Unternehmensnachrichten sind, die die Kurse beeinflussen. Auch politische Ereignisse im In- und Ausland haben ihre Wirkung auf die Aktienkurse. Dies gilt sowohl für Ereignisse wie das Brexit-Votum 2016 oder einige Monate später die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten, als auch für die Entwicklung an Märkten wie etwa dem Rohstoff- oder Anleihemarkt. 

Von wesentlicher Bedeutung ist eine klare Strategie für das Investment. Erfahrene Börsianer empfehlen immer wieder, langfristig in erfolgreiche Unternehmen zu investieren. Außerdem weisen sie auf einen ganz wichtigen Punkt hin, der die Anlage in Aktien erfolgreicher und seriöser Unternehmen neben den möglichen Kursgewinnen zusätzlich attraktiv macht: Bei vielen Aktiengesellschaften profitieren die Anteilseigner von einer jährlichen Dividendenzahlung, die in der Regel bei etwa zwei bis sechs Prozent des jeweils aktuellen Aktienkurses liegt. Allein schon die Perspektive einer solchen Gewinnausschüttung macht die Aktie zu einer interessanten Anlagealternative.