Multi-Asset-Strategien

Breite Streuung für mehr Sicherheit

Von Thomas Bleibtreu · 2017

In unsicheren Zeiten stehen Multi-Asset-Strategien gerade bei konservativen Anlegern hoch im Kurs. Mit ihrer stark diversifizierten Ausrichtung auf dividendenstarke Aktien, aber auch Anleihen sowie Anlagen in Rohstoffe, Gold und Immobilien bieten sie doch einen verlässlichen Risikoschutz.

Die Zinsen sind seit Jahren im Tief, und nur sehr langsam scheint sich hier eine leichte Veränderung anzudeuten. Zudem stehen die Finanzmärkte wie gewöhnlich auch unter dem Eindruck der politischen Entwicklungen. Das Brexit-Votum etwa oder der Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen haben gezeigt, dass der Populismus in der Welt im vergangenen Jahr einen enormen Aufschwung erlebt hat. Hinzu kam die Entscheidung der Italiener Ende 2016, dem politischen Establishment im Rahmen des Referendums über die Vereinfachung des Politbetriebs nicht mehr Macht einzuräumen. Diese Abstimmungen bescherten der Wirtschaft und den Märkten ein hohes Maß an Unsicherheit. 

Regelmäßige Erträge, geringe Risiken

In solchen Zeiten sind bei Kapitalanlegern zunehmend Multi-Asset-Produkte gefragt, die in mehrere Anlageklassen investieren. Kein Wunder, denn wenn zum Beispiel ein Szenario eintritt, bei dem etwa alle Aktienmärkte gleichzeitig fallen, sind die Konsequenzen für ein Multi-Asset-Portfolio in der Regel weniger gravierend, weil es nicht von seinem Aktienteil dominiert wird. Deshalb ist ein wesentlicher Punkt von Multi-Asset-Ansätzen ein effizienter Umgang mit Verlustrisiken. Zwar wenden einige Anlage-Experten immer wieder ein, dass eine hohe Diversifikation in guten Markt-Zeiten die Erträge verwässert. Für konservative Investoren aber, die große Verluste oder eine hohe Volatilität nicht akzeptieren wollen, bieten Multi-Asset-Strategien einen verlässlichen Risikoschutz.

Prinzipiell haben sogenannte Multi-Asset-Fonds das Ziel, regelmäßige und laufende reale Erträge oder Einkommen zu generieren. Sie nutzen dafür beispielsweise dividendenstarke Aktien, vergleichsweise gut verzinste Unternehmens- oder Schwellenländeranleihen, Rohstoffe, alternative Anlagen oder auch Gold und Immobilien. Ein Selbstläufer sind derartige Anlagestrategien aber nicht. Um im Multi-Asset-Bereich erfolgreich zu sein, gilt es verschiedene Punkte zu beachten. So sollte das Fondsmanagement auf jeden Fall über eine globale Kompetenz verfügen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass Anlagechancen in allen Regionen der Welt gezielt genutzt und das Vermögen entsprechend breit gestreut investiert werden kann. Wie gut ein Managementteam und das entsprechende Multi-Asset-Produkt funktionieren, zeigt sich dabei vor allem, wenn man auf die unterschiedlichen Marktszenarien der Vergangenheit blickt. Über einen Zeitraum von zehn bis 15 aufeinanderfolgenden Jahren sollte das Managementteam nachgewiesen haben, dass sich dessen grundlegende Strategie und Markteinschätzung bewährt haben.

Erfahrung entscheidet

Das ist auch deshalb wichtig, um sich ein Bild über die Erfahrung des Teams machen zu können, denn eine gute Multi-Asset-Strategie setzt voraus, dass man das Anlageuniversum genau kennt. Durch entsprechendes Know-how und gründliche Analysen einer Vielzahl klassischer und alternativer Assetklassen können konkrete Anlageentscheidungen entsprechend zum Erfolg führen. Dies ist Voraussetzung für eine optimale Wertentwicklung bei möglichst niedrigen Risiken. Weil der Gedanke der Risiko-Minimierung eine mit-entscheidende Rolle bei Multi-Asset-Strategien spielt, sollten sich Investoren vor dem Investment genau darüber informieren, wie wirkungsvoll etwa ein Multi-Asset-Fonds das Risiko in der Vergangenheit reduzieren konnte.

Vermögen von Investmentfonds nach Assetklassen. Quelle: BVI, 2017