Vermögensverwaltung

Berater auf Digitalkurs

Von Andreas Taler · 2016

Per App das Konto steuern.

Eines ist sicher: Die Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise hat die klassische Geldanlage nachhaltig erschüttert. Auch die Vermögensverwalter sind von den Schockwellen erfasst worden. Und der Druck hält an. Grund ist die rasante Digitalisierung.

Nicht zuletzt ist auch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken eine Folge der Krise. Und weil niedrige oder gar keine Zinsen unattraktiv sind für Geldanleger, sind Anlageformen wie etwa das herkömmliche Sparbuch ebenfalls relativ frei von Attraktivität. Hinzu kommt, dass vermeintlich sichere Anlageklassen wie Anleihen, Immobilien und selbst Geldmarktfonds in der heutigen Zeit schwankungsintensiver sind als noch vor einigen Jahren. Das stellt auch Vermögensberater vor Herausforderungen. Denn in den Private-Banking-Abteilungen der Geldhäuser, in den Agenturen, Beratungsunternehmen und Stiftungen sind die Ansprüche gerade vermögender Kunden nach wie vor hoch. Wer 500.000 Euro investiert, gibt sich nicht gerne mit einer Rendite zufrieden, die nur knapp die Inflation übersteigt. Zudem verfügen diese Kunden oft selbst über ein ausreichendes Know-how in Finanzdingen. Angesichts dieser komplexen Situation ist eine professionelle und vor allem moderne Vermögensverwaltung gefragt.

Digitale Kommunikation wird relevanter

Modern schon deshalb, weil die zunehmende Digitalisierung auch vor der Vermögensverwaltung nicht halt macht. Längst vorbei sind die Zeiten, als Vermögensverwaltung noch mehrheitlich auf das Modell „Ein Drittel Aktien, ein Drittel Renten, ein Drittel Immobilien“ gesetzt hat. Die Märkte sind volatiler, das Thema Kapitalanlage noch komplexer geworden. Schnelle Kommunikation ist ein entscheidendes Moment, wenn es um die effektive Vermögensverwaltung geht. Smartphones, Laptops und Tablets gehören heute zum Alltagswerkzeug von Vermögensverwaltern und Kunden. Entsprechend ist digitale Kommunikation inzwischen relevanter als je zuvor. Das heißt nicht, dass das direkte Gespräch zwischen Vermögensverwalter und Kunde nicht mehr stattfindet. Vielmehr wird es durch digitale Kommunikationsformen sinnvoll ergänzt.

Digital Native als Kundengruppe binden

Ignorieren lassen sich digitale Kommunikationselemente jedenfalls nicht. Gerade im Hinblick auf die künftige Erbengeneration besteht für Vermögensverwalter durchaus die Gefahr, den kommunikativen Anschluss an diese Kunden von morgen zu verlieren. Diese Generation ist mit Smartphone und Tablet aufgewachsen und verfügt über das Internet stets über aktuelle Informationen. Dazu gehören natürlich auch Nachrichten von den internationalen Geld- und Kapitalmärkten. Durch den jederzeit möglichen Zugriff auf das Internet sind es die vermögenden neuen Kunden gewohnt, selbstständig zu recherchieren und eigene Entscheidungen zu treffen. Genau hier liegt auch eine der größten Herausforderungen für die professionelle Vermögensverwaltung. Digitale Kommunikationsmittel machen es für die Kunden immer mehr möglich – und reizvoller – die Verwaltung des eigenen Vermögens selbst zu managen. Webbasierte Trading-Plattformen, die die Teilnahme am internationalen Aktien- und Währungshandel in Echtzeit möglich machen, gibt es inzwischen nahezu wie Sand am Meer. Moderne Vermögensverwalter sind zunehmend gefordert, diesen Wettbewerb mit einem starken, überzeugenden und renditebringenden Service für sich zu entscheiden