Alternative Investments

Aufwertung für Akteure auf Nebenplätzen

Von Karl-Heinz Möller · 2015

Das Spektrum jenseits von Anleihen und Aktien wächst. Mal sind es die niedrigen Zinsen, die Anleger nicht begeistern. Oder es fehlt im Depot die belebende Mischung, um ein wenig mehr Rendite zu erzielen. Diversifizierung und Optimierung sind die Gebote der Stunde.

Wenn es einen guten Zeitpunkt für Alternative Investments gibt, dann ist er jetzt gekommen. Die üblichen Anlagemöglichkeiten stoßen an ihre Grenzen (Aktien) oder lohnen einfach nicht (Staatsanleihen). Der Bundesverband Alternative Investments BAI versteht unter AI die Investition in nicht traditionelle Anlageklassen (außerhalb von Aktien und Anleihen) oder die Investition in diese Anlageklassen unter Zuhilfenahme komplexer, nicht traditioneller Strategien. Experten sehen in dieser Anlageform mit ihren innovativen Anlagestrategien und –konzepten ein Korrektiv, das möglichst wenig Korrelation mit dem Rest aufweist.

Die Palette der Alternativen ist so bunt wie das wahre Leben

Konstellationen wie diese sind das ideale Umfeld für neue Ideen. Es geht um „bessere Diversifizierung und Optimierung der Rendite-Risikostruktur des Portfolios “, sagen die Spezialisten. Etwas simpler formuliert können darunter alle Anlagevarianten verstanden werden, die nicht Anleihen und Aktien betreffen. Rohstoffe wie seltene Erden, Gemälde und Videoinstallationen gehören ebenso dazu wie Edelmetalle. Der BAI konstatiert, dass das kontinuierliche Wachstum dieses Vermögensvolumens in den letzten zehn Jahren das Vertrauen der Anleger in diese Assetklasse bestätige. Hedgefonds und Private Equity gehörten bei führenden institutionellen Anlegern zum festen Bestandteil der Allokation. Auch private Investoren profitierten zunehmend von der Diversifikationsmöglichkeit durch Alternative Investments.

Über den Diversifikationseffekt hinaus gibt es noch weitere Merkmale, die Alternative Investments beschreiben: überdurchschnittliches Renditepotential, geringere Liquidität, geringere Transparenz, der Einsatz von Hebeln und Derivaten, Renditen häufig nicht normalverteilte Renditen und komplexe Performance- und Risikomessung.

Auch Hedgefonds und Derivate gehören zum Programm

Als grobe Unterteilung der AI dienen sechs Kategorien: Hedgefonds, Private Equity, Rohstoffe, Real Estate, Infrastrukturinvestments und Managed Futures. Hedgefonds sind beispielsweise in der Lage, das Rendite-Risiko-Profil des Portfolios zu verbessern. Hedgefonds unterscheiden sich von gewöhnlichen Investmentfonds vor allem durch ihre vielschichtigen Strategien und Anlagetechniken. Sie nutzen beispielsweise ausgefeilte Risikomanagementsysteme, Leverage zu Anlagezwecken und Short-Positionen, um Marktineffizienzen zu nutzen. Letztlich kann man sagen, dass Hedgefonds in traditionelle Asset Klassen (wie Aktien und Anleihen) investieren, sie bedienen sich jedoch alternativer Strategien. Hinter den Managed Futures stehen Investments in Terminmarktprodukte (Derivate). Die Anlagen erfolgen hauptsächlich in börsennotierte Finanz- und Warenterminkontrakte. Da Terminmarktprodukte im Vergleich zu Wertpapieranlagen nur geringe Geldbeträge binden, kann ein Großteil des Fondsvermögens am Geldmarkt angelegt sein, was jedoch nicht bedeutet, dass das Risiko dieser Anlageform gering ist.

Diversifizierung und Optimierung der Rendite-Risikostruktur des Portfolios erreichen.

Engagements in Alternative Investments unterstützen auch politische Richtungsentscheidungen. Beispiel Energiewende in Deutschland. Wasser, Wind und Sonne sind Rohstoffe, die Energie erzeugen können. Windparks, Solaranlagen und Wasserkraftwerke sind für Investoren hochinteressant, da sie einen sogenannten Rendite-Floor gewährleisten. Die Rendite fällt also nicht unter eine festgelegte und staatlich zugesicherte Grenze.