Vermögen von Investmentfonds

Auf der Suche nach Prozentpunkten

Von Karl-Heinz Möller · 2014

So komplex war die Aufgabe, Kapital rentierlich und dennoch relativ sicher anzulegen, lange nicht mehr. Aktienmärkte sind überhitzt, Immobilienpreise hoch und die Verzinsung von Anleihen niedrig. Aber es gibt noch Strategien, die Auswege aus dem Dilemma aufzeigen.

Nachdem der Deutsche Aktien-Leitindex Dax von Mai bis Oktober die traumhaften Kursgewinne vom Vorjahr und dem folgenden Frühling abgegeben hatte, mochten nur noch wenige Optimisten an eine Erholung glauben. Hervorragende Bilanzen von Unternehmen und die robuste wenn auch abgekühlte Konjunktur führten zur erneuten Wende an der Börse. Die Zehntausend-Punkte-Marke knackte der Dax mehrfach. Aber die genannten Gründe dafür sind nur die halbe Wahrheit. Weltweit niedrige Zinsen und eine Liquiditätslawine, hervorgerufen durch die Politik des billigen Geldes, bringen die Anleger ins Schwitzen, ob institutioneller oder privater Herkunft. Wohin mit den vielen Dollars, Euros, Yens, Renminbis, wenn die Zinsen gen null Prozent tendieren und eine Anlage in festverzinsliche Papiere wie Staatsanleihen nicht einmal die Inflationsrate erwirtschaftet? Die Antwort der privaten und professionellen Anleger lautete im vergangenen und offensichtlich auch in diesem Jahr: Rein in den Aktienmarkt!

Aktien sind der Performancegarant

Dabei sind die Risiken groß und die Volatilitäten hoch. Und Risiken für einen sogar kräftigen Abschwung gibt es reichlich. Erwähnt seien in diesem Zusammenhang die explosive politische Lage mit einem Wiederaufleben des Kalten Krieges, wenig erfreuliche Konjunkturprogosen für Deutschland und Europa und die Euro-Schulden-Krise. Wie auch immer es kommen mag, die Finanzindustrie hat doch noch Alternativen für die momentane Situation parat. Beispiel Multi-Asset-Strategien. Diversifikation lautet hier das Zauberwort. Man nehme von jedem etwas und schnüre beispielsweise um ein Aktienengagement zusätzliche Pakete mit Derivaten, Immobilien, Rohstoffen, Fonds und anderen Assets. Die Farbigkeit der Palette ist abhängig von der Depotgröße, persönlichen Zielen, dem Zeitfenster und Zeithorizont. Immer dort, wo es lukrativ ist, wird dann investiert. Dies kann im Rahmen eines Fondskonzeptes geschehen oder bei größeren Vermögen innerhalb einer Family-Office-Konzeption mit individuellen Strategien.

Vermögen von Investmentfonds nach Assetklassen. Quelle: BVI-Investmentfonds, 2014