Unternehmensanleihen

Auf der Suche nach mehr Kapital

Von Gregor Lule · 2016

Mit Unternehmen in die Gewinnzone

Für Anleger stellen Anleihen von Unternehmen eine häufig genutzte Anlageform dar. Im Vergleich zu Staatsanleihen bieten sie oft eine attraktivere Rendite. Allerdings gibt es auch für diesen Anlagetyp derzeit historisch niedrige Zinsen. Wer mehr verdienen möchte, setzt auf risikoreichere Zinspapiere.

Es ist momentan gar nicht so einfach, sein Geld gewinnbringend zu investieren. Eine Möglichkeit der Geldanlage besteht in dem Kauf von Unternehmensanleihen, auch Obligationen oder Schuldverschreibungen genannt. Für Firmen gehören sie zu einem wichtigen Instrument bei der Sicherung ihres Kapitalbedarfs. Anleger entscheiden sich gerne für Unternehmensanleihen, um ihr Portfolio zu diversifizieren und das Risiko zu streuen. Denn die Volatilität der Anleihen ist etwa im Vergleich zu Aktien deutlich geringer.

Beliebte Anlageform

Wer eine Unternehmensanleihe in sein Depot legen möchte, kann für einen besseren Überblick die Angebote zunächst nach Länge der Laufzeit, Emissionswährung und Verzinsung sortieren. Zugleich sollten Interessierte einen Blick auf das Rating des Emittenten werfen. Es zeigt die Bonität und gibt einen schnellen und guten Hinweis auf die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Dabei gilt: Die Anleihe eines Unternehmens mit einem erstklassigen Rating weist eine vergleichsweise niedrige Rendite aus; Unternehmen mit zweifelhaftem Ruf zahlen mehr. Zu den Vorteilen von Unternehmensanleihen zählen regelmäßige Zinszahlungen, mögliche Kursgewinne bei verbesserter Geschäftslage eines Unternehmens und die im Vergleich zu Staatsanleihen meist höhere Rendite. Zu den Nachteilen gehören das Ausfallrisiko bei Insolvenz des Herausgebers der Anleihe, ein Verlustrisiko bei Verkauf der Anleihe vor der Fälligkeit oder das Währungsrisiko bei nicht auf Euro lautende Unternehmensanleihen.

Risiko durch Eingriff der EZB

Eine aktuelle Herausforderung: Derzeit sind Anleihen von Unternehmen bester Bonität historisch niedrig verzinst. Erstklassige Unternehmensanleihen bringen meist deutlich weniger als zwei Prozent Rendite. Wer in diesem Umfeld seine Renditen steigern möchte, muss auf riskantere Papiere setzen und als Konsequenz Abstriche bei der Bonität des Emittenten machen, längere Laufzeiten akzeptieren oder Fremdwährungsrisiken eingehen. Das ist momentan nicht die einzige Herausforderung, denn seit Anfang Juni kauft auch die Europäische Zentralbank (EZB) Unternehmensanleihen. Experten schätzen den Markt von Euro-Unternehmensanleihen, die für die EZB in Frage kommen, auf 600 Milliarden Euro. Volkswirte kritisieren, dass die EZB mit diesem Schritt den Markt für Unternehmensanleihen austrocknen wird und sich der Kauf aufgrund der niedrigen Rendite noch weniger rechnet.